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Im Jahr 2011 haben sich einige Personen zusammengetan und eine Bürger*inneninitiative gegründet, um gegen die Verbauung des Otto Wagner Areals (Steinhof) mobil zu machen. Es gelang ihnen die Stadtregierung unter Druck zu setzen. Diese startete daraufhin ein Mediationsverfahren. Inwiefern es für außerparlamentarische Kräfte ratsam erscheint sich an solchen Prozessen zu beteiligen, behandelt Gastautor Georg Sembera im folgenden Beitrag.

Einleitung

Im ersten Kapitel werden die historischen Hintergründe des Otto Wagner Areals behandelt, um welches die politischen Auseinandersetzungen, die in der folgenden Arbeit thematisiert werden, stattfanden und immer noch stattfinden. Anschließend wird die politische Auseinandersetzung um das Otto Wagner Spital und das dazugehörige Areal erörtert. Im dritten Kapitel wird mit Hilfe der Lektüre „Die Mitmachfalle. Bürgerbeteiligung als Herrschaftsinstrument“ von Thomas Wagner und „Macht, Herrschaft, Emanzipation. Aspekte anarchistischer Staatskritik“ das Thema politische Mediationsverfahren behandelt. Verbunden wird dies mit Auszügen aus einem Interview, welches ich am 27. Juli 2015 mit Christine Muchsel und Wolfgang Veit (Aktivist*innen der BI „Steinhof gestalten“) geführt habe. Im letzten Kapitel wird abschließend die Frage gestellt unter welchen Bedingungen Mediationsverfahren geführt werden sollten und welche Vorgehensweisen idealtypisch bei der Umstrukturierung des Otto Wagner Areals gewählt werden könnten.

Historisches zum Otto Wagner Spital

Das Otto Wagner Spital wurde im Jahr 1907 eröffnet und befindet sich in Penzing, dem 14. Wiener Gemeindebezirk. Es bekam den Namen Heil- und Pflegeanstalten für Geistes- und Nervenkranke Am Steinhof. Es diente demnach als eine psychiatrische Einrichtung. Errichtet wurde es vom Land Niederösterrreich, da Wien damals noch kein eigenes Land war, sondern die Hauptstadt des Landes Niederösterreich. Das Spital war aber primär für die Wiener Bevölkerung errichtet worden. Erst 1922 wurde es von der Stadt Wien übernommen. Ein Jahr später kam die Lungenheilstätte Baumgartner Höhe hinzu, welche 1977 in Pulmologisches Zentrum umbenannt wurde.[1]

Im Nationalsozialismus wurden tausende Patient*innen der Baumgartner Höhe zwangssterilisiert und/oder mittels Massentransporten in Vernichtungslager gebracht. Im Faschismus wurden sie als lebensunwert betrachtet und sollten an einer Fortpflanzung gehindert werden, da sie in den Augen der Nazis nichts Produktives für die deutsche Volksgemeinschaft beitragen können und „Mangelhaftigkeit“ vererben würden.[2]

Zwischen den 1960er bis 1980er Jahren kam es zu Missbräuchen gegenüber Minderjährigen mit Behinderungen. Gegenwärtig gibt es eine Forschungsgruppe die eine Aufarbeitung der Ereignisse zusammen mit Zeitzeug*innen, Angehörigen und ehemaligen Mitarbeiter*innen durchführt, welche im Juni 2016 einen Endbericht ablegen soll.[3]

Im Jahr 2000 wurden das Psychiatrische Krankenhaus, die Pflegeheime, das Pulmologische Zentrum und das Neurologische Krankenhaus auf der Baumgartner Höhe zum Sozialmedizinischen Zentrum Baumgartnerhöhe/Otto Wagner Spital mit Pflegezentrum vereint. Sieben Jahre später wurden die Pflegeheime wieder herausgelöst.[4]

Konflikt um das Otto Wagner Areal

Zu Beginn der 1980er war eine Bebauung nördlich der Spitalsanlage geplant. Diese wurde aber durch eine Volksbefragung im Dezember 1981 abgelehnt. Stattdessen wurde das Areal der Öffentlichkeit als Naherholungsgebiet zugänglich gemacht. Diese werden heute als Steinhofgründe bezeichnet. Durch die Erklärung zum „Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel“ wurde dieses Gebiet vor einer Verbauung ausgeschlossen. Der südliche Teil, das Otto Wagner Spital erhielt zur gleichen Zeit eine Baulandwidmung für öffentliche Zwecke

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Stop and Go.

Nodes of Transformation and Transition

December 3rd to 5th 2015

Stop and Go. LAB/ project space
Nordwestbahnhof
Ladestrasse 1
A-1200 Vienna

The conference and workshop will present and discuss both the theoretical framework and methods and the interim results developed during the current WWTF-funded research project Stop and Go – Nodes of Transformation and Transition. This interdisciplinary project is emphasizing on nodes and hubs of transnational mobilities and migration alongside the major Pan-European road corridors.
When increasing numbers of people are obliged to spend increasing amounts of time in transit then transition nodes, hubs and terminals along their primary route – where exchange between the actors en route happens – acquire ever-greater significance. These nodes represent new forms of urbanity where both individual’s motives, routes and rhythms, routines and rituals, their appropriation of space, their modes of interaction within their multi-local existence, but also the effects of political transitions, urban transformations, and the policing and management of mobilities and migration can be explored.

The geographic scope of the project is a triangle between Vienna, Tallinn and the Turkish-Bulgarian Border, between 3 territories with contested geo-political histories and very different qualities of post-socialist transformation. A Ford Transit transporter van had served as a mobile laboratory for embedded field research, for collecting and transporting artifacts, while mapping workshops both in the academic field and in public space, and large-scale network installations on site triggered conversations to gain a variety of forms of knowledge from routes and stops, that had also been exhibited in the van and in institutions alongside the routes.

Finally in a special project space in a logistic hub located in a former Vienna railway station the interim results and proceedings are displayed as a networked “deep” cartography of routes and hubs, including also related projects by other artists and scholars that altogether display both supranational developments and the mobile individuals’ experiences but also the impact on each other and on the transformations of urban space.
Stop and Go – Nodes of Transformation and Transition is a research project at the Academy of Fine Arts Vienna, Institute for Art Theory and Cultural Studies funded by Public Spaces in Transition – Call 2013 within the framework of the funding program ‘Social Sciences and Humanities in Vienna’ of WWTF Vienna Science and Technology Fund.
Principal Investigators: Michael Hieslmair und Michael Zinganel
International Partners: Emiliya Karaboeva, Department of Anthropology at Sofia University; Tarmo Pikner, Tallinn University, Estonian Institute of Humanities Read More

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Der Meidlinger Markt hat sich in den letzten Jahren umfassend gewandelt. Das URBANIZM Feature, verfasst von Studierenden der Studienrichtung Raumplanung an der TU Wien, gibt Einblicke in verschiedene Dimensionen des Wandels. Wie werden die Veränderungen wahrgenommen? Wer sind die neuen “Standler”? Wer geht heute am Markt einkaufen? Und wie wird die Arbeit der Gebietsbetreuung am Markt wahrgenommen? Mit Video!

Wenige Leute würden bestreiten, dass sich die Wiener Märkte in den letzten Jahren stark gewandelt haben. Der Naschmarkt ist ein treffendes Beispiel: mehr denn je strömen heute Touristen und Spazierende die Stände neben dem Karlsplatz entlang und genießen den marktlichen Flair in der Wiener Innenstadt. Kommt man hier um die Mittagszeit vorbei, fühlt man sich schnell an einen hippen Londoner Straßenmarkt versetzt. Da tummeln sich Studierende, Angestellte in ihrer Mittagspause und Geschäftsleute mit solchen, die einfach nur ein bisschen über den Markt schlendern. Während es am Nachmittag wieder etwas ruhiger wird, füllt es sich spätestens am frühen Abend wieder, wenn die Lokale am Markt zu einem beliebten Treffpunkt für einen ‘after-hour’ Drink werden.

Immobilienpreise und der lokale Bodenmarkt sind ein anderer Indikator des Wandels: Für die Übernahme von Ständen werden heute laut einer kürzlichen Standard-Reportage teils astronomische Summen von bis zu 250.000€ gezahlt – ein Indiz zu was für einem lukrativen Geschäft der Naschmarkt in den letzten Jahren geworden ist. Traditionelle Obst- und Gemüsestände können sich diese Summen allerdings selten leisten. Viele von ihnen haben in den letzten Jahren geschlossen. Stattdessen ist die Zahl an Gastronomie-, Bar- und Restaurantbetrieben rasant gestiegen – eine Entwicklung die nicht allen gefällt, wie etwa die Initiative ‘Rettet den Naschmarkt’ verdeutlicht.

Der Naschmarkt ist nur einer von vielen Wiener Märkten im Wandel. Der Meidlinger Markt ist ein anderer. Gelegen im Herzen des traditionellen Arbeiterbezirks Wien 12 hat auch er seit Anfang der 2000er umfassende Veränderungen durchlebt. Wie auch am Naschmarkt haben hier eine Reihe an Obst- und Gemüsestände geschlossen, während neue, “trendige” Stände geöffnet haben – viele davon im Gastronomiebereich. Gleichzeitig hat sich die lokale Gebietsbetreuung dem Markt zunehmend gewidmet, während auch eine neu geformte Bürgerinitiative “Wir sind 12” zur Belebung des Markts ihre Arbeit aufgenommen hat. Unterdessen hat ein bekannter Wiener Immobilienentwickler eine Reihe an Marktständen gekauft.

Die folgende Serie an Artikeln, verfasst von Studierenden der Studienrichtung Raumplanung an der TU Wien, Read More

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Was macht eigentlich so ein_e Trend- und Zukunftsforscher_in? Das habe ich mich zuletzt häufiger gefragt, zumal derart betitelte Personen mittlerweile regelmäßig in Nachrichten- und Informationsfernsehsendungen auftauchen. Befragt zu den unterschiedlichsten Phänomenen unserer Gesellschaft sprechen sie dann meist über Urbanisierung, Individualisierung, Digitalisierung und dergleichen mehr und bestätigen uns, was wir selbst schon immer wussten – dass die Welt in Hinkunft anders sein wird als bisher. Doch etwas machen sie dabei entscheidend anders. Entgegen dem großelterlichen Mantra, früher sei alles besser gewesen, sind Zukunftsforscher_innen stets überzeugt: die Zukunft wird gut. Eine eindrucksvolle Ausgabe dieser freudigen Botschaft durfte ich unlängst selbst live miterleben.
 
 

It’s the urbanization, stupid!

Das Postgraduate Center der Universität Wien lud am 24. September zu seiner uniMind Jahresveranstaltung[1] mit einer Keynote von Matthias Horx, seines Zeichens Trend- und Zukunftsforscher. Er ist Leiter des Zukunftsinstituts, einem der erfolgreichsten Beratungsunternehmen im deutschsprachigen Raum mit Sitzen in Frankfurt, München und Wien[2]. Passend zum Jahresthema „Stadt der Zukunft“ lautete Horx‘ Vortrag: „New Urbanism: Wie sich die Stadt – und die menschliche Kultur – neu erfindet“.

Die Eröffnung des Vortrags imponiert dem geneigten Stadtforscher. Horx erklärt die Urbanisierung zum Megatrend – ein Begriff, den er selbst geprägt und zu Buche gebracht hat[3]. Mit bekannten, aber gekonnt in teils bewegten Bildern verpackten Argumenten vom Städtewachstum im globalen Süden und Norden, vom zu erwartenden Urbanisierungsgrad von 75% und von der Ressourceneffizienz urbaner Siedlungen im Vergleich zu ruralen stellt er den Stuhl seiner folgenden Ausführungen auf wenig wacklige Beine: Unter den gegebenen Umständen werden Städte die conditio sine qua non unser gesellschaftlichen Weiterentwicklung sein.

Aus diesem Grund will der Vortragende dem Publikum im Folgenden zeigen, Read More

1 comment
  1. LO says: 27.09.201500.46

    Der Artikel spricht mir aus der Seele. Danke!

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Urban Gardening Initiativen haben in den letzten Jahren rasant zugenommen – auch in Wien. Diese Initiativen bewegen sich in einem Spannungsfeld: was oft als Form der bottom-up Stadtentwicklung beginnt, mit dem Ziel eine andere Stadt “von unten” zu initiieren, wird in vielen Fällen schnell für kapitalistische Zwecke instrumentalisiert. Gastautorin Stefanie Ibinger beschäftigt sich mit eben diesem Spannungsfeld im folgenden Essay.

Einleitung

Die Stadt Wien fördert seit 2010 unter der Regierungsbeteiligung der Grünen bestehende und neue Gemeinschaftsgärten und hat so zeitgerecht auf das immer mehr aufflammende Bedürf­nis der Bewohner_innen Wiens (und weltweiter Stadtbewohner_innen), selbst Gemüse anzubauen und gemeinschaftlich Grünraum zu schaffen, reagiert[1]. Die Frage, inwiefern diese Initiative der Stadt auch als Reaktion auf die lokale Guerilla Gardening-Bewegung[2] zu sehen ist oder sie die ihr inneliegende Kraft zur Revitalisierung und Kommerzialisierung von Stadtteilen erkannt hat, kann an dieser Stelle nur spekulativ in den Raum gestellt werden. Unbestritten ist aber, dass auch Bemü­hungen auf individueller oder klein-gemeinschaftlicher Ebene radikalere Veränderungen herbei­führen können „by challenging and transforming dominant modes of living.“ (Möhrs et al. 2013, 121) Doch wie lange bleiben solche Veränderungen im Sinne der Bevölkerung? Wie lange werden diese Veränderungen nicht für kapitalistische Zwecke instrumentalisiert? Zur Beantwortung dieser Frage braucht man nicht unbedingt nach New York, Paris, London oder Bologna schauen, sondern kann sich getrost einige Wiener Bezirke ansehen: das Neubauviertel, in den 1960er Jahren noch als Armenviertel bekannt und in Folge von der Künstlerszene entdeckt, gilt mittlerweile als eine der besten Wohngegenden und wird aktuell vom Mittelstand bewohnt (Kessel 2014, 85), die innere Leopoldstadt zwischen dem nun revitalisierten Donaukanal und dem Praterstern, das Ottakringer Brunnenviertel als mittlerweile Inbegriff der „für Integration und Multikulti offenen Schickeria“ in den 2000ern, und seit einiger Zeit wird die Meidlinger Hauptstraße von Immobilienunternehmen entdeckt und beworben, um nur die bekanntesten Beispiele zu nennen. Zugrunde lagen bei diesen Bezirksentwicklungen aber nicht zwingend stadtplanerische Veränderungen, sondern zu einem Gutteil die dortigen Bewohner_innen und ihre Alltagsgestaltung.

Teile dieser Alltagsgestaltung entstanden jedoch individuell und auf gemeinschaftlicher Ebene auch in Reaktion Read More

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Die Wiener Gemeinderatswahlen rücken näher und die politischen Vorbereitungen nehmen zunehmend an Fahrt auf. Die SPÖ hat vor kurzem mit der Forderung für ein “Wahlrecht für alle” aufhorchen lassen. Das Problem ist schnell zusammengefasst: Ausländische StaatsbürgerInnen sind in Österreich grundsätzlich von Wahlen ausgeschlossen – mit der geringfügigen Ausnahme in Wien, wo Personen aus anderen EU-Staaten ihre Stimme auf der untersten Vertretungsebene, der Bezirksvertretung, abgeben können.

Demokratiepolitisch ein Thema ist die Einschränkung des Wahlrechts auf ÖsterreicherInnen insbesonders in der Bundeshauptstadt, wo der MigrantInnenanteil überdurchschnittlich hoch ist. Laut Bevölkerungsevidenz der Statistik Austria waren im Jahr 2015 rund ein Viertel der WienerInnen ohne österreichische Staatsbürgerschaft (25,6%) und damit ohne formale demokratische Partizipationsmöglichkeit. Rund die Hälfte dieser Gruppe (11,2%) sind EU-BürgerInnen mit Wahlrecht auf Bezirksbene. Von Gemeinde- bzw. Nationalratswahlen bleiben sie ebenso ausgeschlossen wie die 14,4% der WienerInnen aus einem Nicht-EU Land, die nicht mal an der – legistisch gesehen relativ unbedeutenden – Bezirksvertretungswahl teilnehmen können. Mit der steigenden Zuwanderung in die Bundeshauptstadt hat sich das demokratische Defizit in der Stadt in den letzten Jahren rasant verschärft. Ist es heute jeder Vierte, war im Jahr 2002 noch rund jeder Sechtse in der Stadt ohne Wahlrecht (16%).

Anteil der Wiener Wohnbevölkerung mit eingeschränktem Wahlrecht und ohne Wahlrecht 2002 – 2015
figure 1

Quelle: Statistik Austria, Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit Wien, eigene Darstellung.

 

Die Geographie der Exklusion

Die Verteilung der Personen ohne Wahlrecht auf Gemeinde- bzw. Nationalratsebene in Wien ist hochgradig ungleich. Read More

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In den letzten Tagen hat sich eine Karte mit Mietpreisen in Wien im Web verbreitet. Die Karte zeigt das Wiener Ubahnnetz und die durchschnittlichen Angebotsmieten rund um die Ubahnstationen. Veröffentlicht wurde sie von der Webplattform Zoomsquare, die Unterstützung für die Immobiliensuche durch eine neue Suchmaschine verspricht. Auch wenn die Methodik hinter der Karte nicht vollkommen klar ist – etwa in Bezug darauf wie groß der Bereich “rund” um die Ubahnstationen definiert ist – wurde sie von einer Reihe von Newsportalen übernommen, wie hier von ORF.AT.

Immo-Plattform zeigt Wiener U-Bahn-Pläne mit Wohnpreisen

Quelle: ORF.AT, Screenshot zoomsquare.com

Die Karte zeigt einerseits eine, nicht besonders überraschende, Variation der Mietprese entlang von Ubahnstationen. Andererseits zeigt sie, wie hoch die Mietpreise in der Stadt mittlerweile gestiegen sind. Die geringsten Mieten gibt es dabei noch rund um die Haltestellen Hütteldorf, Alterlaa und Erlaar Straße, mit 11,9€/m2. Am meisten zahlt man rund um die U3 Station Stubentor – mit stolzen 19,7€/m2.

So interessant die Karte auf den ersten Blick erscheint, aus Sicht der MieterInnen und Mieter in der Stadt ist sie wenig aussagekräftig. Die wichtige Frage für sie ist weniger, wie hoch die Mieten bereits sind, sondern viel mehr, für wen sie noch leistbar sind. Diesbezüglich bereitet die Karte eine interessante Basis für ein schnelles Rechenbeispiel.

Leistbarkeit bezieht sich auf das Verhältnis von Wohnkosten und Einkommen. Read More

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Das ‘rote’ Wien ist ein hinreichend bekannter und diskutierter Teil der Wiener Stadtgeschichte. Wesentlich weniger wurde bis jetzt über die braune Vergangenheit der Stadt geredet. Gerald Lehner und Eva Maria Bachinger haben nun einen Stadtführer herausgegeben, der genau diese Lücke im städtischen Bewusstsein zum Ausgangspunkt nimmt. Das Buch “Im Schatten der Ringstraße: Reiseführer durch die braune Topografie von Wien” führt an 62 Orte, die davon erzählen, wie der Nationalsozialismus zu einem wichtigen Bestandteil der Wiener Stadtentwicklung wurde.

Das im Czernin-Verlag erschienene Buch kann man hier bestellen:

http://www.czernin-verlag.com/buch/im-schatten-der-ringstrase?PHPSESSID=bpeudirol143m5lpe88tbu4t20

 

 

 

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Die Diskussion rund um Wohnen und steigende Mieten dreht sich täglich weiter. Nicht nur international, sondern auch in Wien – und dieser Blog läuft Gefahr nicht mitzuhalten mit der Vielzahl an neuen Beiträgen. Hier ein paar Links zu kürzlich Veröffentlichtem mit Fokus Wien:

  • Die Initiative “Mietenwahnsinn Stoppen” des Recht-Auf-Stadt Kollektivs mit einem Aufruf was falsch läuft in Wien und vier kurzen Forderungen bezüglich Zwangsräumungen, Gemeindebau, Leerstand und Wohnen als Recht. http://www.interventionistische-linke.at/2015/04/29/recht-auf-stadt-forderungen/
  • Eine Antwort der Freien Volksrepublik Meidling:
    http://mosaik-blog.at/schwerpunkt-wohnen-vi-gentrifizierung-ist-nicht-das-groesste-problem/
  • Eine Reihe an Fragen wirft Bettina Köhler in ihrer Reflexion über die Wiederaufnahme des Gemeindebaus in der letzten MALMOE auf:
    http://www.malmoe.org/artikel/verdienen/3001
  • Und weils so gut dazupasst, hier ein Link zu einem Artikel von Jamie Peck über Austerity Urbanism. Der behandelt zwar explizit amerikanische Städte – interessante Fragen wirft er aber auch für Wien allemal auf.
    http://www.rosalux-nyc.org/en/austerity-urbanism/

Viel Spaß beim Lesen!

 

 

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Am Mittwoch, dem 4. März, findet im Amerlinghaus (Wien 7, Stiftgasse 8) von 19 bis 21 Uhr das nächste Vernetzungstreffen des Bündnisses „Recht auf Stadt“ statt.

Neben der Vernetzung steht nochmals die Wien-Wahl 2015 im Mittelpunkt, die wir als Bezugsrahmen produktiv nützen möchten, um  „Recht auf Stadt“ mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Diesmal arbeiten wir konkrete Schritte in Kleingruppen aus.
Ziele sind: 
Themen und den Stadtraum zu besetzten
einen gemeinsamen Nenner von Positionen zu finden
unterschiedliche Aktions- und Mobilisierungsformen zu initiieren

. Eingeladen sind alle, die Lust auf gemeinsames Agieren und Planen haben!
Facebook-Veranstaltung unter:
https://www.facebook.com/events/1539667769640456/?ref=5
Wir freuen uns auf eure Inputs und auf euer Kommen!

Unter dem Slogan „Recht auf Stadt“ haben sich in den letzten 10 Jahren rund um den Globus vielfältige Bündnisse formiert. Wir sind Teil dieser Bewegung. Wir setzen uns für ein Recht auf Stadt für alle ein, und unter „alle“ verstehen wir in erster Linie diejenigen, denen dieses Recht heute verwehrt wird. Denen das „Recht auf Stadt“ und somit das Recht auf aktive und gleichberechtigte Teilhabe und Gestaltung der urbanen Gesellschaft verwehrt wird, weil sie zu arm sind, weil sie die falsche Staatsbürgerschaft haben, weil keine Lobby für sie eintritt und weil sie keine Macht haben. Aber auch deswegen verwehrt wird, weil sie andere Vorstellungen für ihr Leben haben als sie die Norm vorsieht. Weil sie beispielsweise keine Lust haben, sich an den Wertvorstellungen der Konsumgesellschaft zu orientieren oder für sie das Streben nach Lohnarbeit keine Tugend ist. Weil sie es noch nicht verlernt oder aufgegeben haben, sich eine andere urbane Zukunft auszumalen und weil sie genau deswegen in dieser Stadt gemeinsam etwas ändern wollen.
http://rechtaufstadt.at/

Aussendung des Recht-Auf-Stadt Netzwerks

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