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Wohnen darf keine Ware sein! – Bündnis Wilder Wohnen

Anlässlich des 90. Jahrestages der Verabschiedung des Mietengesetzes in Österreich organisiert das “Bündnis Wilder Wohnen” rund um den 7. Dezember 2012 Aktionstage in Wien (05.-08.12.2012) und will eine dauerhafte neue Mieter_innenbewegung ins Leben rufen.

Das “Bündnis Wilder Wohnen” existiert seit Sommer 2012 und bildet eine Plattform gegen Gentrifizierung und steigende Mieten, die Akteur_innen auf dem Feld der Wohnungspolitik, der Stadtentwicklung und der Mieter_innen-Interessensvertretung vereinigt. Unterschiedliche “Kulturen” der Auseinandersetzung mit Stadt- und Wohnpolitik treffen aufeinander – von den service-orientierten Mieter_innenvertretungen über die “Häuserkampfszene” bis zu den Praktiker_innen und Theoretiker_innen einer sozialen, ökologischen, demokratischen Stadtplanung oder zu den Anti-Privatisierungsinitiativen.

Das Mietengesetz trat am 7. Dezember 1922 in Kraft und war eine wichtige Basis für das sogenannte “Rote Wien” und den sozialen Wohnungsbau. Vorangegangen waren Proteste und Demonstrationen gegen die prekären Wohnverhältnisse vor und nach dem 1. Weltkrieg – der Mietzins konnte völlig willkürlich festgelegt werden, Menschen mussten in Kleinstwohnungen leben, es gab keinen Kündigungsschutz, viele “Bettgeher” konnten sich gerade mal einen Schlafplatz leisten, etc.

Inzwischen wurde das Mietengesetz jedoch mehrfach geändert und novelliert und sein eigentlicher Inhalt ausgehöhlt. Die Aktionstage rund um den 07.12.2012 sollen die sozialen Errungenschaften aus den 1920er Jahren wieder in Gedanken rufen und nehmen auf aktuelle Tendenzen und Probleme in der Wohnungs- und Stadtpolitik bezug.

Wichtig: die Aktionstage sollen der Beginn einer neuen Mieter_innenbewegung sein, nicht das Ende einer Interessensgemeinschaft.

Infos und Termine: http://wilderwohnen.blogsport.eu/

 

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