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Fast wia im richtigen Leben

Gerhard Polt ist wohl vielen bekannt – jenen die mit Stadt zu tun haben und ihn noch nicht kennen sei er hiermit empfohlen. Am Beginn seiner Karriere stand ein Hörspiel mit dem Titel „Als wenn man ein Dachs wär’ in seinem Bau“. Dabei geht um Personen, die im Laufe der Stadterneuerung im München der 70er verdrängt werden. Das Hörspiel gab es zwar mal auf CD, es scheint aber leider vergriffen. Falls es jemand hat oder beschaffen kann würde ich mich freuen.

Was jedoch noch gut erhältlich ist die zwölfteilige Fernsehserie „Fast wia im richgien Leben“. Hans-Christian Müller schrieb die Texte und hat das ganze inszeniert und zumeist spielen Gerhard Polt und Gisela Schneeberger die Hauptrollen. Die Produktion verteilt sich über fast zehn Jahre: Die erste Folge ist von 1979, die letzte von 1988.

Wie in Polts Anfängen finden sich zahlreiche Sketche zum Thema Stadt – vor allem über Stadterweiterung seien es nun Häuslbauer oder Großwohnsiedlungen.

Häusl bauen!

Zur Eröffnung „Ein deutscher Hit: Häuslein fein“ (2. Folge, 1979) – ein Song über über Häuselbauer und das kleine aber feine Glück:

 

Und nachdem ein Häuschen alleine noch nicht reicht zum Glück: „Hobbyhausbauer“ (9. Folge, 1983):

 

Aber wo?

Die Lage macht das Haus natürlich erst zum wahren Glück. Ob das Glück in der schicksten Gegend zu wohnen gar so groß ist das stellt „Der Grünwald-Spaziergang“ (8. Folge, 1982) in Frage:

 

Alternativ kann man ja im Wald ein Häuschen bauen- oder es zumindest versuchen wie „Haus im Grünen“ (3. Folge, 1980) zeigt:

 

Oder man setzt doch lieber nur auf eine Kleingartenalage wie in „Das Idyll“ (1.Folge, 1979):

 

Die Wegbeschreibung“ (10. Folge, 1984) bringt schließlich ein schönes Bild über ein Neubau-Vorstadtidyll:

 

Oder doch eine Wohnsiedlung?

Der lange Weg zur Stubenmusi“ (11. Folge, 1987) beschreibt Verlorenheit und bayrische Idylle in einer Neubau-Großsiedlung:

 

Eigentum verpflichtet – auch in der Platte. In „Der Bohemien“ (10. Folge, 1984) träumt die Besitzerin mehrerer Mietwohnung in dieser oder einer ähnlichen Siedlung davon daraus Schwabing zu machen damit „die Preise gleich um 30%“ steigen.

 

Ein schönes Bild über den Wohnungsmarkt zeichnet „Das Mietseminar“ (12. Folge, 1988). Am Ende stellt sich heraus, dass anständige Menschen ja keine Wohnung suchen würden – die hätten ja klarerweise bereits eine:

 

Heimat!

Zum Abschluss noch ein Song:

„Dort wo die Fichten blühen,
schön braungebrannt,
träumt eine Siedlung
am Industriezonenrand“
Heimatabend (Folge unklar)

 

Die DVD gibt es etwa hier oder bei einem alternativen Händler Ihres Vertrauens ohne deutschen Sicherheitsdienst.

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