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Immobilien-spekulation und (il)legaler Delogierungsdruck – auch in Wien II

Aufregung gibt es im Moment in Wien um illegale Delogierungsmethoden von Hauseigentümern im 2., 20. und 5. Bezirk – über einen Fall im 2. Bezirk haben wir auf diesem Blog im ersten Teil dieses Posts bereits berichtet. Im Konkreten geht es um Schikanen von zwei Vermietern gegenüber MieterInnen, die anscheinend ein rasches Ausziehen der letzteren erreichen wollen. Laut Kurier gibt es mittlerweile Beschwerden aus 16 Zinshäusern. Die Vorwürfe reichen von unangekündigten Besuchen, Drohungen bis hin zu nicht behobenen Gas- oder Wassergebrechen. Anfang September brach in einem Haus in der Heinestraße im Besitz der zwei Vermieter ein Großbrand aus.

Geschichten über solch wüste Methoden um Mieter aus Häusern zu bekommen sind hinlänglich bekannt von Wohnungsmärkten in New York oder London. Mittlerweile sind sie allerdings auch am Wiener Immobilienmarkt angekommen. Die Vorgangsweise ist dabei meist dieselbe: Eigentümer versuchen (oftmals mit illegalen Methoden) AltmieterInnen aus Wohnungen zu bringen um das Haus “bestandsfrei” zu machen, damit es renoviert und im renoviereten Zustand teurer vermietet bzw. verkauft werden kann. Die hohe Zahlungsbereitschaft von Investoren und Anlegern für renovierte Immobilien macht dieses “Geschäftsmodell” mittlerweile auch in Wien lukrativ.

Die Wiener Stadtverwaltung ist ebenfalls auf die Fälle aufmerksam geworden. Sie bietet betroffenen MieterInnen eine Vernetzungsplattform über die MA50 sowie Ersatz für anfallende Prozesskosten aus dem Rechtshilfefonds. Details gibts hier.

Bezüglich der fortschreitenden Inwertsetzung von Wohnraum in Wien: Eine neue Möglichkeit für Kleinanleger den Wiener Wohnungsmarkt zu Kapitalakkumulationszwecken zu nutzen bietet die Firma Wienwert. Hier kann man als Miteigentümer sein Geld in Wohn- und Büroimmobilien stecken, ganz egal ob man interessiert ist an “einer hohen endfälligen Rendite (..), langfristig sicher[m] Vermögen (..), oder laufend hohen Einnahmen”. Das beschriebene Geschäftsmodell laut Wienwert.at liest sich wie folgt:

Immobilienbeteiligungen – Werthaltige Objekte in Top-Lage

Ein Objekt in Top-Lage, gute Entwicklungsmöglichkeiten und ein entsprechend hohes Wertsteigerungspotential: Das sind die erfolgreichen Bausteine, auf denen die Immobilienbeteiligungen von Wienwert aufbauen.

Bei jeder Wienwert-Immobilienbeteiligung werden Sie direkt Miteigentümer einer größeren Immobilie, die als Wohnungen oder auch Büros genutzt werden können. Entscheidend ist, dass sich diese Zinshäuser in sehr guten Lagen befinden und ein hohes Entwicklungspotential haben, etwa durch den Ausbau von Dachböden und anderer ungenutzter Flächen oder die Änderung der Wohnungsgrundrisse.

Von der damit verbundener Wertsteigerung des gesamten Objektes profitieren Sie als Investor der ersten Stunde.

Die Beschreibung der Immobilien zur Investition weist alle Charakteristika für eine mögliche zukünftige Gentrifizierung auf : Top-Lage, klassische Wiener Zinshäuser der Jahrhundertwende, solide Bausubstanz und anerkannte Architektur. Wie anders ist Wien wirklich (noch)?

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