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UrbaniZm berichtet über Stadtentwicklung in und um Wien. Gelesen wird der Blog mittlerweile aber weltweit. Seit der Gründung im Jahr 2012 hatten wir Zugriffe aus 140 von 194 Ländern weltweit. Die Karte illustriert diese große Reichweite. Alle farbigen Bereiche zeigen Ländern aus denen wir Zugriffe hatten. In weiß jene ohne Zugriffe.

Geolocation of visitors Anfang bis 30.5.2017

Wenig bekannt sind wir demnach vor allem noch in Afrika und im mittleren Osten. Europa haben wir aber beispielsweise bereits fast vollständig abgedeckt. Lediglich aus sieben europäischen Ländern gab es noch keinen Zugriff, darunter Finnland und die baltischen Staaten.

Die meisten Zugriffe gab es übrigens aus Österreich und Deutschland. Nicht ganz überraschend bei einem deutschsprachigen Blog über Wien. Aber auch in den USA, Russland und England haben wir viele regelmäßige Leser_innen.

Die vier bisher am meisten gelesenen Artikel des Blogs:

Regelmäßige Updates und Links zu Zeitungsmeldungen und Veranstaltungen gibt es übrigens auch auf unserer Facebook-Seite: https://www.facebook.com/urbaniZm.net/?ref=settings

Danke für das Interesse und für weitere Besuche!

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Die Grundprinzipien der österreichischen Wohnungsgemeinnützigkeit sind bewährt und anerkannt. Anstatt sie (noch mehr) auszuhöhlen, sollten sie in Zeiten der Wohnungskrise gestärkt werden

W. BLAAS, G. GUTHEIL‐KNOPP‐KIRCHWALD, K. HILTGARTNER, L. PLANK

“De facto schließt ein gemeinnütziges Unternehmen beim Antrag auf Zuerkennung der Gemeinnützigkeit einen individuellen Vertrag mit den Steuerbehörden der Republik Österreich. Das Unternehmen unterwirft sich Kriterien, etwa einer beschränkten Gewinnausschüttung an den oder die Eigentümer, und geht gleichzeitig die Verpflichtung ein, darüber hinausgehende Erträge wieder in den Wohnbau zu investieren. Dafür bekommt es Steuervergünstigungen, konkret die Befreiung von der Körperschaftssteuer.”

So fasste der ehemalige ÖVP‐Bautensprecher Walter Tancsits ein Grundprinzip der Wohnungsgemeinnützigkeit zusammen. Tit for tat – Steuerbegünstigung gegen Gewinnverzicht und Vermögensbindung. Der somit geschaffene eigene Kreislauf für das Wohnungswesen – ohne Gewinnmaximierung, aber mit Kostendeckung – operiert jenseits des klassischen Markt‐Staat-Gegensatzes im Dritten/Autonomen Sektor – und zwar äußerst erfolgreich.

Vorbild in Europa

Die Anfänge der genossenschaftlichen Bewegung gehen ins 19. Jahrhundert zurück. Seit dem Zweiten Weltkrieg wurden nach den Prinzipien des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes (WGG) etwa eine Million Wohnungen in ganz Österreich errichtet und an ihre Bewohner vermietet respektive verkauft. Unmittelbar sind also rund zwei Millionen Menschen in Österreich von diesem speziellen “Steuerbefreiungstatbestand” betroffen, der so genau geregelt ist wie kaum ein anderer.

Diese Bilanz lässt sich sehen und sucht in ihrer institutionellen Ausgestaltung ihresgleichen in Europa. Es ist daher auch kein Zufall, dass die österreichische Wohnungsgemeinnützigkeit – neben dem Wiener kommunalen Wohnbau – in der europäischen Fachöffentlichkeit auffallend häufig als “Role model” beschrieben und als eine wesentliche Ursache für die (noch immer) niedrige durchschnittliche Wohnkostenbelastung der Österreicher angesehen wird. In Deutschland, wo eine ähnliche Gesetzesgrundlage 1989 abgeschafft wurde, wird aktuell über eine Wiedereinführung als “neue Wohnungsgemeinnützigkeit” diskutiert, und dabei immer wieder zu den “Ösis” geblickt.

Danaergeschenk für die gemeinnützigen Bauträger

Wenn nun die Bundesregierung an gemeinnützige Bauträger Geschenke verteilen will, diese aber nicht wirklich “amused” sind, sollte man genauer hinsehen. Stein des Anstoßes ist folgende Formulierung: “Um institutionellen Anlegern Investitionen in Anteile gemeinnütziger Wohnbauträger zu erlauben, soll der künftige Verkaufspreis dieser Anteile über dem Kaufpreis liegen können, ohne dass es zu höheren Gewinnausschüttungen der Wohnbauträger kommen muss”. Im Sinn des WGG müsste es eigentlich heißen: “ohne dass es zu höheren Gewinnausschüttungen kommen darf”. Allerdings: Wer sollte ein Interesse an erhöhten (Wieder‐)Verkaufspreisen haben, wenn diese nicht realisiert werden können? Private Investoren oder Projektentwickler, die “frisches Geld” investieren wollen, wohl kaum. Eine andere Gruppe hingegen viel eher: Die aktuellen Eigentümer der gemeinnützigen Bauträger (häufig parteinahe Versicherungen und Banken), deren Bilanzvermögen durch diesen Schachzug deutlich aufgewertet würde.

Die schwammige Formulierung im Regierungsentwurf erlaubt zwei Interpretationsmöglichkeiten: Entweder sie dient der (investitionslosen) Bilanzaufwertung der Eigentümer – oder sie soll tatsächlich derzeit verbotene Gewinnausschüttungen ermöglichen. Dann hätte man allerdings konsequenterweise auch gleich schreiben können: “… und die Gewinnbeschränkung der Gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) abzuschaffen”. Der einzige verbleibende Unterschied zu gewerblichen Bauträgern wäre dann die Steuerbegünstigung. Jene müssten allerdings bei einer solchen Wettbewerbsverzerrung – völlig zu Recht im Sinne des Gleichheitsgrundsatzes – aufschreien und die Abschaffung der Steuerbefreiungen für GBV fordern, die ja die staatliche Gegenleistung für den (dann nicht mehr bestehenden) Gewinnverzicht ist.

Mangel an Land, nicht an Geld

Was die Ankurbelung der Bautätigkeit durch die private Finanzspritze betrifft: Im gemeinnützigen Sektor mangelt es nicht in erster Linie an Geld. Eigenkapital ist bei den meisten Gemeinnützigen ausreichend vorhanden, auch Kreditfinanzierungen sind günstig wie selten. Was vielmehr fehlt sind Grundstücke zu erschwinglichen Konditionen. Daher ist zumindest der zweite Regierungs‐Vorschlag begrüßenswert: Baulandmobilisierung durch Vorbehaltsflächen für förderbaren Wohnbau (die es allerdings in den Raumordnungsgesetzen mehrerer Bundesländer bereits gibt) und – wirklich neu – eine 25-Prozent‐Quote bei Umwidmungen von Grundstücken der öffentlichen Hand.

Im gemeinnützigen Sektor ist sicher nicht alles eitel Wonne. Es mag politische Einflussnahmen und eine schiefe Optik bei manchen (Insider‐)Wohnungsvergaben geben. Auch ist vom ursprünglichen genossenschaftlichen Selbstorganisations‐Charakter bei den meisten Unternehmen nur noch wenig zu bemerken. Etwas mehr an Innovationen täte auch dem gemeinnützigen Sektor gut, zum Beispiel eine stärkere Öffnung für neue gemeinschaftliche Wohnformen und veränderte Wohnbedürfnisse. Aber diese Probleme lassen sich eher durch eine Rückbesinnung auf die Grundprinzipien des Sektors als durch deren Aushöhlung lösen. In diesem Sinne sollte die Intelligenz auf diese Bereiche fokussieren. Denn von Kreativität und Innovation hatten wir im Rechnungswesen, insbesondere im Wohnungswesen, schon mehr als genug in den letzten Jahren.

Wolfgang Blaas, Gerlinde Gutheil‐Knopp‐Kirchwald, Karin Hiltgartner und Leonhard Plank sind Wissenschafter an der Technischen Universität Wien, Department für Raumplanung, Fachbereich Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik.

Der vorliegende Kommentar ist auf derstandard.at am 23.2.2017 erschienen. Danke an die Autor_innen, dass er hier noch einmal geteilt werden darf. Zum Original geht es hier: derstandard.at/2000053061997/Gemeinnuetziger-Wohnbau-In-Intelligenz-investieren-statt-wertvolle-Substanz-abreissen

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  1. […] und Gewinne auf 3,5% beschränkt werden müssen. Wie auf diesem Blog bereits berichtet, etwa hier, soll es nun für Finanzinvestoren erleichtert werden, gewinnbringend in Gemeinnützige zu […]

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Leerstand ist konstruierter und somit umkämpfter Raum. Im Zuge der Neoliberalisierung von Stadtentwicklung eröffnet Leerstand potentielle Handlungsspielräume, welche als urbane Commons zur Resilienzsteigerung der Bevölkerung beitragen können. Gastautorin Judith Mühlbacher analysiert die Leerstandsnutzung und -politik in Wien historisch, kritisch und praktisch am Beispiel des Schwendermarktes im 15. Wiener Gemeindebezirk und legt Ansprüche urbaner Transformationsbewegungen an die Politik dar.

Leerstand ist ein konstruierter Raum und als solcher umkämpft. Eingebettet in komplexe politische, soziale und ökonomische Machtverhältnisse kommen dabei unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse zum Tragen. Dieser Blogpost thematisiert die spezifische Lage der Leerstandspolitik und -nutzung in Wien am Beispiel des Schwendermarktes im 15. Wiener Gemeindebezirk. Im Zentrum stehen dabei die Fragen nach beteiligten Akteur_innen in diesem umkämpften Raum und deren politische Absicherung in einem neoliberalen Wirtschaftssystem, welches zunehmend von der Kommodifizierung von Leerstand und der Raumgestaltung nach neoliberaler Logik geprägt ist.

Dazu werden Leerstand und seine Nutzung kurz definiert. Dann soll auf die spezifische historisch bedingte Lage in Wien eingegangen werden. Die aktuelle Situation auf dem Schwendermarkt wird unter Hinzuziehung der Theorien urbaner Commons sowie Resilienz beschrieben. Basierend auf diesem praktischen Beispiel wird die derzeitige Leerstandpolitik Wiens kritisch in den Blick genommen und Bedürfnisse urbaner Transformationsbewegungen dargelegt.  Read More

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  1. Sara says: 13.04.201720.47
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Gemeinsam mit Spezialeinheiten der Militärpolizei hat WELTJOURNAL-Reporterin Julieta Rudich die Favela Morro do Alemao besucht, die bis vor kurzem noch als die gefährlichste Gegend von Rio de Janeiro bekannt war.
Dabei konnte sie unter anderem eine überraschende Wende in der Drogenpolitik feststellen: „Die Bekämpfung des Drogenhandels ist nicht mehr unser Ziel. Drogen sind unausrottbar, es gibt sie in jeder Gesellschaftsschicht. Was wir bekämpfen müssen sind die illegalen Waffen und die Gewalt“, sagt ein Polizeioffizier und die bisher sichtbaren Erfolge in der Befriedung der Elendsviertel scheinen ihm Recht zu geben. (s. http://tv.orf.at/program/orf2/20120620/574461301/340042/)

http://tvthek.orf.at/programs/1328-Weltjournal

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Das Verkehrsbauwerk Matzleinsdorfer Platz benutzen alle gerne und häufig, dem Platz wird aber in der Regel wenig Liebe entgegen gebracht. Unort oder Nichtort sei der Platz.

In der Stadterforschung wird der Frage nachgegangen, welche historische Entwicklung und welche politischen Verhältnisse hinter solchen Charakterisierungen stehen. Mit dem “matzleinsdorferplatz” soll ein erweiterter Orts-Begriff vorgeschlagen werden, ein utopisches Terrain entwickelt werden, von dem aus radikale Kritik an Verkehrspolitik, an herkömmlicher Stadtgeschichtsarbeit, an kapitalistischer Stadtentwicklung, etc. geübt werden könnte. Der experimentelle Spaziergang führt vom Feuerwerksladen, durch das Verkehrsbauwerk zum Matzleinsdorfer Hochhaus und dann hoch zur so genannten ‘Spinnerin am Kreuz’.

Abschließend werden die Inhalte und Diskussionspunkte mit einem Besuch der Ausstellung “Die große Geschichte des Wiener Matzleinsdorferplatzes” vertieft – es gibt Kompott und Kaffee. Wir blicken in den Verkehr.

Treffpunkt: Samstag, 23. Juni 2012, 17 Uhr, Feuerwerksladen, Gudrunstraße 196b, 1100 Wien.

Stadterforschung mit tomash / im Kontext von matz ab! expo 2012

Information: http://matzleinsdorferplatz.at

Stadterforschungen in Wien und darüber hinaus sollen zur Selbstaneignung von (Stadt-)Geschichte dienen, zur Entwicklung eines kritischen Blicks auf Stadt(-entwicklungen, -planungen) beitragen. Aus verschiedenen Gründen interessante Orte gibt es ja genug. Also: bei Interesse kommen, und wenn wer was über die jeweiligen Orte weiß einfach erzählen.

Kontakt: stadterforschung@gmx.at

Stadterforschungen: http://no-racism.net/thema/113/

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Petra Sauer

Vienna University of Economics and Business – Research Institute for Human Capital and Development

Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital

On the one hand, education is able to compensate for congenital differences as well as educational gaps arising in early childhood. Equal access to education therefore secures equality of opportunities. On the other hand, education constitutes the foundation of individuals’ professional careers and affects, among other things, life-time income and health – hence well-being over the whole life-cycle. But if education is unequally distributed among the society, only a small share of the population has the opportunity to benefit from these strong positive returns at the individual level. The full spillover and welfare enhancing effects of education are thus not reached at the aggregate level. However, until now, not much attention has been devoted to the distributional dimension of education. Yet, allowing for the second moment should greatly improve our understanding of population dynamics as well as the mechanics and channels linking education to economic outcomes in a broad sense, including not only economic growth but also income inequality, poverty, democracy and political instability. Estimating the degree of inequality by Gini Coefficients of Educational attainment in a panel of 175 countries reveals that huge educational gaps exist between various groups within countries. Beyond that, we find educational inequality to negatively affect economic growth through its adverse effect on the macro return to education, i.e. the higher the degree of inequality, the lower the positive effect on growth.

 

Place:

Vienna University of Technology – Seminar Room Argentinierstraße

1040 Wien, Argentinierstrasse 8, Ground Floor, at the corner Paniglgasse

http://www.studyguide.at/tuwien/hoersaal/ARG.html

 

Research Seminar – Socioeconomic Perspectives:

The seminar has been established to provide young researchers in economics and related research fields a space for discourse and discussions. The monthly seminar takes place at the Vienna University of Technology (Research-Group Economics). We cordially invite interested researchers and students of all disciplines to take part in the seminar and in the critical discussions. The topics of the seminar concern the status and development of economics as scientific discipline as well as a critical debate of current developments in society and politics.

Organizer: Stefan Eichwalder, Bernhard Hammer, Marcel Jira, Manuel Wäckerle

www.econ.tuwien.ac.at/events

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