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Am 17. Jänner veranstaltete dérive am Praterstern eine Speakers Corner unter dem Motto Reclaim Your Straße. Wir haben schon länger darauf gewartet aber nun sind die Videomitschnitte der Beiträge fertig. Unter anderem gab es einen Beitrag eines Teils der urbaniZm-Redaktion:

Alle weiteren Beiträge finden sich in einer Youtube-Playlist.

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Es bewegt sich wieder etwas in Sachen Leerstand:

Am Samstag lädt die dann IG Kultur Wien zu einem zweiteiligen Workshop ins TÜWI:

Workshop: Leerstand? — Was tun?!

1. Teil, 15-17 Uhr: “Leerstand?”

Es gibt kurze Inputs zum Thema Gentrifizierung, “die kreative Stadt”, und Urban Commons; einige Ergebnisse der Studie “Perspektive Leerstand”, des Positionspapiers der IG Kultur Wien und der Leerstandsmelder werden vorgestellt. Umrissen werden außerdem die Kampagne “Recht auf Stadt” und die Idee der Stadtentwicklung von unten.
Um einen Einblick vom Stand der Dinge der Stadtpolitik zu bekommen, wird eine “politische Wetterkarte” skizziert. Es werden die Positionen der städtischen Akteur_innen und deren Interessen am Thema Leerstand vorgestellt. Wir wollen eine Prognose wagen, was uns bei der Zwischennutzungsagentur erwartet. Es gilt auszuloten, ob der damit festgeschriebene Horizont der Möglichkeiten auch unserer sein soll, oder welche anderen Perspektiven wir haben.
Es sollen sich grundlegende Fragen herausschälen, die wir dann nach Bedarf diskutieren wollen.

Pause/Essen: 17-18 Uhr

2. Teil, 18-20 Uhr: “Was tun?!”

Im zweiten Teil des Workshops werden die konkreten Handlungsmöglichkeiten im Vordergrund stehen. Ist der erste Teil offen für alle Interessierten an diesem Thema und eher theoretisch, so ist dieser Teil gedacht für all jene, die Konkretes dazu planen und organisieren wollen. Es ist ein Raum für konzentriertes Überlegen und Vernetzen, für die Erarbeitung von gemeinsamen Schritten und Strategien, inspiriert von den Diskussionen des ersten Teils

ab 20.30 Volxküche und Austausch

ab 21 Uhr Soli-Fest “we demand our rights” für das Refugee Camp und für ein Recht auf Stadt für ALLE!

Sa., 16.03.2013 15-20.00h – Tüwi – Peter-Jordan 76, 1190 Wien

Erdgeschoße!

Am darau folgenden Donnerstag veranstaltet die GB*3/11 eine Diskussion zum Thema Erdgeschoßzonen:

Wie kommt Leben in die Stadt? Die Erdgeschoßzone ist die Schnittstelle zwischen privatem und öffentlichem Raum. Wie kann sie dazu beitragen, dass unsere Stadt lebendig bleibt?
Theresa Schütz/TU Wien, Willi Hejda/IG Kultur, Katharina Fohringer/ GB*9/17/18 und Philipp Reven/GB*3/11 diskutieren mit Ihnen die aktuellen Möglichkeiten und Probleme der Erdgeschoße in Wien.

Do., 21.3.2013 – 18-20.00h – Wohnzimmer Fiakerplatz in der GB*3/11 – Fiakerplatz 1, 1030 Wien

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  1. […] >> mehr Informationen HIER / via urbaniZm […]

  2. UrbaniZm says: 27.03.201323.38

    21 Mar 13 // Erdgeschosse // GB* 3/11 Wien | disurban said:

    […] >> mehr Informationen HIER / via urbaniZm […]

    at 09.03 on 20.03.2013
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  3. UrbaniZm says: 27.03.201323.38

    21 Mar 13 // Erdgeschosse // GB* 3/11 Wien | disurban said:

    […] >> mehr Informationen HIER / via urbaniZm […]

    at 09.03 on 20.03.2013
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Gerhard Polt ist wohl vielen bekannt – jenen die mit Stadt zu tun haben und ihn noch nicht kennen sei er hiermit empfohlen. Am Beginn seiner Karriere stand ein Hörspiel mit dem Titel „Als wenn man ein Dachs wär’ in seinem Bau“. Dabei geht um Personen, die im Laufe der Stadterneuerung im München der 70er verdrängt werden. Das Hörspiel gab es zwar mal auf CD, es scheint aber leider vergriffen. Falls es jemand hat oder beschaffen kann würde ich mich freuen.

Was jedoch noch gut erhältlich ist die zwölfteilige Fernsehserie „Fast wia im richgien Leben“. Hans-Christian Müller schrieb die Texte und hat das ganze inszeniert und zumeist spielen Gerhard Polt und Gisela Schneeberger die Hauptrollen. Die Produktion verteilt sich über fast zehn Jahre: Die erste Folge ist von 1979, die letzte von 1988.

Wie in Polts Anfängen finden sich zahlreiche Sketche zum Thema Stadt – vor allem über Stadterweiterung seien es nun Häuslbauer oder Großwohnsiedlungen.

Häusl bauen!

Zur Eröffnung „Ein deutscher Hit: Häuslein fein“ (2. Folge, 1979) – ein Song über über Häuselbauer und das kleine aber feine Glück:

 

Und nachdem ein Häuschen alleine noch nicht reicht zum Glück: „Hobbyhausbauer“ (9. Folge, 1983):

 

Aber wo?

Die Lage macht das Haus natürlich erst zum wahren Glück. Ob das Glück in der schicksten Gegend zu wohnen gar so groß ist das stellt „Der Grünwald-Spaziergang“ (8. Folge, 1982) in Frage:

 

Alternativ kann man ja im Wald ein Häuschen bauen- oder es zumindest versuchen wie „Haus im Grünen“ (3. Folge, 1980) zeigt: Read More

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Demokratie?

Es fällt schwer einen seriösen Text über die Wiener Volksbefragung zu schreiben. Das liegt nicht nur an dem wie sie wohl zustande kam – als Abwehr gegen die Anti-Parkpickerl-Partei. Jene die damit vertraut sind wie man mit Fragen Antworten steuert oder eben nicht (doch zumeist das Ziel in der empirischen Sozialforschung) sind irritiert bis amüsiert – wohl auch darüber darüber, dass wohl nicht nur unabsichtlich die Fragen so gestellt wurde, das sie das Ergebnis bringen das von der Stadtregierung erwünscht ist. Verfassungrichter Heinz Mayer sieht die Wiener Volksbefragung gar „Nahe am Missbrauch – und das nicht nur weil es möglich scheint auch nach der Verkündigung eines Zwischenergebnisses noch taktisch abzustimmen. Personen denen es ernst ist mit der direkten Demokratie halten damit auch nichts von der Abstimmung.

Über den Nutzen von direkter Demokratie kann man ja geteilter Meinung sein. So ist die Schweiz ein vergleichsweise konservatives Land – etwa ohne öffentliche Krankenversicherung. Viele Initiativen – wie vor kurzem eine zur Ausweitung des Jahresurlaubs – scheitern an der Einflussnahme der Wirtschaft auf die öffentliche Meinung. Direkte Demokratie ist in hohem Maße ein Spiel mit der Frage, wie Interessengruppen Einfluss ausüben können – vor allem auf die publizierten Meinungen, die Medien. Die Wiener SPÖ hat in der Vergangenheit selten behauptet sie sei für mehr direkte Demokratie, die Wiener Grünen jedoch laut und deutlich. Das macht diese Befragung „nahe am Missbrauch“ wohl eher zu einem Problem der Wiener Grünen.

Schließlich dient die Befragung wohl vorrangig der Abwehr der von der ÖVP initiierten Anti-Parkpickerl-Befragung. Diese Befragung wurde mit dem Argument abgelehnt weil die Wiener Stadtverfassung Abstimmungen über Gebühren verbietet. Für diese jetzige Befragung musste am Ende auch die Stadtverfassung geändert werden – aus Termingründen. Und die Frage die nun zum Parkpickerl enthalten ist fragt quasi nach einer Änderung der Stadtverfassung. Die Grünen lassen sich von der Anti-Parkpickerl Partei treiben und werden damit zur Parkpickerl-Partei – als könnte so etwas wichtiger sein als Fragen der Demokratie. Ob sie das lange überleben erscheint mir fraglich.

Spiele?

Schließlich gibt es bei dieser Befragung doch eine Frage, die klar offen formuliert ist: die nach einer Berwerbung um Olympische Spiele. Das erscheint Ersatunlich da scheinbar sowohl der Wiener Bürgermeister als auch die Vizebürgermeisterin dafür sind. Immerhin sind Teile der Grünen wohl dagegen – vielleicht ist die Frage deshalb überraschend neutral formuliert.

Vassilakou spricht bei Olympia jedenfalls von einer Chance für die Stadt. Die Frage ist nur wer ist denn diese Stadt? Wer soll da welche Chance haben? Für die Stadtregierung ist es sicherlich eine Chance – auf zahlreiche öffentlichkeitswirksame Maßnahmen etwa. Der Londoner Bürgermeister Boris Johnston dürfte von Olympia klar profitert haben. Daneben gibt es noch ein paar Großbaustellen Read More

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Die Wiener Volksbefragung hat viele Aspekte. So ist das Zustandekommen der Befragung selbst ja schon interessant. Es gibt dazu zwar wohl keine offizielle Stellungnahme aber niemand wird bezweifeln, dass es etwas damit zu tun hat, das die ÖVP Wien zu einer „Anti-Parkpickerl“ Volksbefragung trommelt und dafür bereits seit langem ausreichend viele Unterschriften gesammelt hatte. Jetzt kann man sich fragen worin das Glück einer Partei besteht deren kommuniziertes Programm in letzter Zeit wohl daraus besteht gegen Parkraumbewirtschaftung zu sein. Aber das ist nicht so wichtig. Die Volksbefragung über das Pickerl wurde vorerst jedenfalls nichts – weil die Wiener Stadtverfassung eine solche über Gebühren verbietet. Das Versprechen der Stadtregierung war dann später in einem anderen Zusammenhang zu befragen. Soweit die bekannte Vorgeschichte.

Irgendwann im Herbst wurden dann die Fragen zusammengezimmert. Im Vorfeld hatten die Wiener Grünen groß getönt sie wollten die Mietpreise beschränken und dies Teil der Befragung werden lassen. Das Getöse war dann schnell vorbei. Als es dann um die Fragen ging war dann plötzlich Olympia im Gespräch.

Eine Rot-Grüne Stadtregierung macht also Werbung für ein Großprojekt? Ich war irritiert. Eigentlich verärgert. Ich kann mich nicht erinnern eine derart grausliche Idee zur Stadtentwicklung aus dem Rathaus vernommen zu haben. Daher habe ich mich umgehört und nachgebohrt. Der mir bekannte Teil der Gerüchteküche der Grünen schob das alles auf die andere Partei – natürlich. Es kann ja auch gut sein, dass das der Profilierung einzelner in der Wiener SPÖ dient, aber das zwingt niemanden dem Unsinn auch zuzustimmen.

Weiteres Nachfragen hat aber zutage befördert, dass es “unterschiedliche Meinungen” innerhalb der Grünen dazu gäbe. Und nach einer lästigen Anfrage zu viel wurde ich schon an das „Dialog-Team“ weitervermittelt. Da kommt dann so ein schönes weichgespültes Dialogangebot. Da wird von den großen „Chancen für Wien“ gesprochen und der Mythos der ach so schönen Spiele in Barcelona wird wieder einmal auferweckt.

Ich kam mir vor wie beim original “Dialog-Team” – dem Betreuungsteam der Schweizer Polizei für Fußballfans – das soll ja auch mal mit freundlichen Worten den Ärger vermeiden helfen. Und ich hätte gerne eine Position oder Argumente gehabt oder  Quellen, die irgendwas belegen – etwa dass in Barcelona doch jetzt nicht Zehntausende verdrängt wurden. Aber da war nichts – nur nette Worte. Also habe ich Ihnen das geschrieben und meine Sicht der Spiele in Barcelona mit folgendem schönen Zitat gewürzt:

“Barcelona’s Olympics, in 1992, are cited as a model to which all succeeding Olympic cities should aspire. But, though much less destructive than Seoul’s, they were also used to cleanse the city. Roma communities were evicted and dispersed. The council produced a plan to “clean the streets of beggars, prostitutes, street sellers and swindlers” and “annoying passers-by”(6). Some 400 poor and homeless people were subjected to “control and supervision”. Between 1986 and 1992, house prices rose by 240% as the Olympic districts were gentrified, while public housing stock fell by 76%. There was no consultation before the building began – the Games were too urgent and important for that. Around 59,000 people were driven out of the city by rising prices.”

Monbiot, 2007 s. http://www.monbiot.com/2007/06/12/someone-elses-legacy/ (16.1.2013)

Auf das und die Anmerkung, dass es mich wundern würde wenn die Grünen die Vertreibung von Roma, Bettlern und Armen aus der Stadt für einen Erfolg halten würden habe ich dann jedenfalls keine Antwort mehr erhalten. Doch ein Monolog-Team.

Das war im Jänner. Am 20. Februar findet die Grüne Vizebürgermeisterin Barcelona scheinbar immer noch ganz großartig. Ich habe mich also möglicherweise geirrt? Ob sie nun doch für die Vertreibung von Armen aus der Stadt ist? Es würde mich wundern aber konsequent wärs – anders kann ich mir Olympia nicht vorstellen.

3 comments
  1. Marie Sophie Plakolm says: 08.03.201320.54

    Passend dazu ein empfehlenswerter Artikel aus der Le Monde zu den Olympischen Spiele in Rio 2016 und den jetzt schon spürbaren Auswirkungen, wie Immobilienspekulationen und Gentrifizierung in den Favelas http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/02/08.mondeText.artikel,a0067.idx,23

  2. Marie Sophie Plakolm says: 08.03.201321.54

    Passend dazu ein empfehlenswerter Artikel aus der Le Monde zu den Olympischen Spiele in Rio 2016 und den jetzt schon spürbaren Auswirkungen, wie Immobilienspekulationen und Gentrifizierung in den Favelas http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/02/08.mondeText.artikel,a0067.idx,23

  3. Marie Sophie Plakolm says: 08.03.201321.54

    Passend dazu ein empfehlenswerter Artikel aus der Le Monde zu den Olympischen Spiele in Rio 2016 und den jetzt schon spürbaren Auswirkungen, wie Immobilienspekulationen und Gentrifizierung in den Favelas http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/02/08.mondeText.artikel,a0067.idx,23

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Michael Davis Buch “Planet of Slums” ist wohl das bekannteste Werk zum Thema informelle Siedlungen. Die österreichsiche Sektion der Internationalen Organisation für ein Partizipatorische Gesellschaft (IOPS) – ein mir unbekannter Verein der so etwas werden will wie eine “globale Graswurzelbewegung” – veranstaltet nun einen Lesekreis dazu. Neben der Frage, ob eine “globale Graswurzelbewegung” nun ein produktiver Widerspruch ist oder nicht kann man also potentiell gleichgesinnte LeserInnen kennen lernen.

Der Historiker und Soziologe zeichnet ein pessimistisches Bild für die Entwicklung (der Megastädte) des globalen Südens. Das globale Bevölkerungswachstum wird voraussichtlich zum aller größten Teil in diesen Metropolen stattfinden. Gegenwärtig gibt es weltweit schon rund eine Milliarde Slumbewohner_innen, welche gezwungen sind in bitterster Armut zu (über)leben, umgeben von Müllhalden, ohne irgendeine Art der Gesundheits- und Sozialversorgung, ohne jeglichen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Laut Mike Davis bilden sie eine eigene Klasse. Diese informelle Arbeiter_innenklasse ist von jeglicher Partizipation an der Weltökonomie ausgeschlossen und die allermeisten haben auch keinerlei Chance der Armut zu entrinnen. Die Kapitalreproduktion in den Global Cities wird weitgehend ohne diese Menschen auskommen, die ihr Überleben weiterhin auf dürftigstem Niveau werden organisieren müssen. Dabei repräsentiert diese informelle Arbeiter_innenklasse eine von der Theorie völlig unvorhergesehene Entwicklung. Weder in der klassischen Sozialtheorie noch in der neueren Modernisierungstheorie wurde sie vorausgesehen. Sie ist nicht das “Lumpenproletariat” von Karl Marx und auch nicht der “Slum der Hoffnung”.

Hoffnung sieht der Autor aber in den Protesten der städtischen Armen, welche sich nicht mit ihrem Schicksal, im Schatten von Müllhalden zu leben, abfinden wollen.

s. http://www.iopsociety.org/austria/events/lesekreis-zu-planet-der-slums/de

Das erste Treffen findet am 14. Februar statt. Bei diesem Treffen sollen die ersten beiden Kapitel besprochen werden.

14. Februar 19.00 – ca.21.00 – Amerlinghaus, Erdgeschoß, Raum 4  – Stiftgasse 8, 1070 Wien

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Seit Sommer letzten Jahres läuft – von den Medien relativ wenig beachtet – ein Beteiligungsverfahren zur Umgestaltung des Schwedenplatzes. Die Ergebnisse des von Plansinn im Auftrag der Stadt Wien gestalteten Prozesses kann man gutenteils auch online einsehen.

Viele Seiten haben Bedenken. Fürchten die einen die weitere Zurückdrängung für eine optimale kommerzielle Verwertung des Platzes und der Umgebung unerwünschter Personen wie Obdachloser oder Alkoholiker so fürchtet die FPÖ genau das Gegenteil. Georg Fürnkranz, FPÖ Klubobmann im 1. Bezirk (und ehemaliger Kabinettschef im Verkehrsministerium unter Hubert Gorbach mit einer entsprechenden “Karriere” in einem Staatsbetrieb) fürchtet um die betroffenen Anrainer – auf einem Platz, der mit 150.000 Personen pro Tag der am stärksten frequentierte von Wien ist. Und er fürchtet damit einen zuwenig exklusiven Charakter im Ergebnis – das wären nämlich “neue, womöglich überdachte Bänke, damit es die Sandler gemütlich haben und die Jugendlichen in Ruhe vorglühen können, um dann grölend durch die Stadt zu ziehen”.

Vorläufiges Ergebnis im Streit um Exklusion im Verfahren und am neuen Schwedenplatz ist eine BürgerInnenversammlung. Diese kann in Wien in einem Bezirk zwar von einer Minderheitsfraktion einberufen werden, der Vorsitz liegt aber bei der Bezirksvorsteherin. Nun muss also die Bezirksvorsteherin eine Versammlung leiten bei der die Ergebnisse des bisherigen Verfahrens in Frage  gestellt werden sollen. Stenzel ist durchaus auch für durch Aussagen bekannt, die einen Ausschluss von Obdachlosen und Jugendlichen aus dem öffentlichen Raum fordern. Und auch Stenzel stellt sich gegen die Stadt – diesmal jedoch bisher nur indem sie die Legitimität des Verfahrens in Frage stellt. Und natürlich meint auch sie, die Interessen der AnrainerInnen seien zu kurz gekommen. Sonderlich viele können das im Verhältnis zu den NutzerInnen jedoch nicht sein auf einem Platz der täglich von fast neunmal so vielen Menschen benützt wird wie der gesamte Bezirk BewohnerInnen hat.

Di., 29. Jänner 2013 – 18.00 Uhr (Einlass ab 17.30 Uhr)
Aula der Wissenschaften, Science Café – Wollzeile 27A – 1010 Wien

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Büro Friedrich von Borries / © Christoph T. Herrmann

Büro Friedrich von Borries
© Christoph T. Herrmann

Die Stadtgespräche sind eine monatliche Interviewreihe – entstanden aus Interviews die von Studierenden am Fachbereich Örtliche Raumplanung an der TU Wien geführt wurden. Die Stadtgespräche sollen zeigen wie Plannerinnen und Planer die Stadt und ihre Tätigkeit sehen, was sie sich wünschen und was sie sich von denen wünschen die ihnen eines Tages (nach)folgen werden.

Friedrich von Borries ist Architekt und lehrt Designtheorie und kuratorische Praxis an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. In seinem Berliner Projektbüro arbeitet er mit einem interdiziplinären Team an aktuellen Fragen der Gestaltung und wirtschaftlichen Entwicklung. Weiters hat er nach zahlreichen Fachbüchern 2011 bei Suhrkamp einen Roman veröffentlicht.

Friedrich von Borries spricht über seine Berufsauffassung als hinterfragenden Gestalter von Lebensraum der Spaß für „die Ideologie der Wohlfühlgesellschaft” hält. Städte könne man sich nicht wünschen und ob man sie entwickeln könnte sei höchst fraglich. Die politische Entität Stadt ist angeblich nicht mehr relevant – und am Ende würden in einer partizipatorischen Wohlstandsgesellschaft die Entscheidungen meist doch nach rein ökonomischen Prämissen getroffen. Die Vision scheint düster. Und doch gibt es Hoffnung: darin „nicht brav und lieb” zu sein, weil in der Mikropolitik Gestaltung möglich scheint, darin von anderen insbesondere aus anderen Kulturen zu lernen und schließlich überraschenderweise in Bad Sickingen.

Zukunft Stadt Friedrich von BorriesFriedrich von Borries ist heute im Rahmen der Reihe Zukunft Stadt” an der TU Wien zu Gast und spricht über:

Entwerfen zwischen Fiktion, Imagination und Pragmatismus

Do., 17.1.2013 – 19.00h – TU Wien – Hauptgebäude, Karlsplatz 13, 1040 Wien – HS 7

Was ist Ihr Arbeitsschwerpunkt und in welcher Rolle sehen Sie sich dabei?

Ich verstehe meine Rolle so, dass ich Fragen stelle, während die klassische Stadtplanung vorgibt schon Antworten zu haben.

Arbeitsschwerpunkt ist die Gestaltung von Lebensraum. Dazu zählt Stadt für den Großteil der Menschen. Ich bin auch Architekt, arbeite aber mit anderen Mitteln und Methoden, als man das vielleicht klassischerweise als Architekt oder Stadtplaner lernt.

Unsere Arbeitsmethodik wenden wir in unterschiedlichen Kontexten an. Für Frankfurt und Berlin entwickeln wir im Moment großmaßstäblichen Leitbilder, aber wir realisieren auch kleinmaßstäbliche, interventionistische Projekte und temporäre Installationen.

Dabei hinterfragen wir Übereinkünfte und gucken hinter die Kulissen und Gewohnheiten. So kommen wir zu unseren Lösungen. Ich würde diesen Weg eher als forschenden Blick und weniger als klassisches Entwerfen beschreiben.

Was ist Ihre Lieblingsstadt?

Die Frage finde ich langweilig, weil ich nicht weiß was eine Lieblingsstadt ist. Ich würde gerne mal nach Tokio reisen, weil ich da noch nie war. Deshalb ist Tokio eine Lieblingsstadt, weil ich dort gerne wäre, aber noch nicht war. Berlin ist eine Stadt, in der ich sehr gerne wohne, insofern könnte Berlin meine Lieblingsstadt sein. In Los Angeles habe ich sehr gerne gelebt, eine tolle Stadt. Und Hamburg ist natürlich eine Lieblingsstadt, da mache ich meine Lieblingsarbeit. Aber was ist nun meine Lieblingsstadt.

Bad Sikingen! Bad Sikingen, da war ich noch nie und Read More

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Wir versuchen den heutigen Vortrag von Andrej Holm zu Wohnungsfragen im 21. Jahrhundert live aus dem Hörsaal 7 der TU Wien zu übertragen.

Der Stream wird ab etwa 18.15 auf:

http://www.ustream.tv/channel/urbanizm-net

zu sehen sein.

1 comment
  1. Nina Fräser says: 06.12.201218.23

    Wird das video auch zu einem späteren Zeitpunkt abrufbar sein? Wäre super!

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Isabella Lechner veröffentlichte auf dieStandard am 3. Dezember vom eine Reportage über die Situation von alleinerziehenden Müttern am Wiener Wohnungsmarkt. Dabei klagen eher katholische und Pro-Life Verbände wie die Aktion Leben über die  Situation in Wien. Es scheint etwas seltsam, dass dieStandard diesen Vereinen eine Bühne sam Spendenaufruf bietet, wo doch andere Teile der Redaktion möglicherweise dagegen Sturm laufen.

Das geschilderte Problem ist jedenfalls, dass der Eintritt in den privaten wie auch in den genossenschaftlichen Wohnungsmarkt aufgrund von hohen Kautionen und geforderten Einkommensnachweisen vielen AlleinerzieherInnen schwierig bis unmöglich ist. Den Hilfseinrichtungen stehen zwar eine begrenzte Anzahl an Interventionsmöglichkeiten zur Verfügung diese scheinen aber schon lange ausgeschöpft.

Die darunterstehenden Kommentare zeigen wohl wunderbar den Zynismus des Publikums einer “Wirtschaftzeitung”: Es wird geklagt über arme geknechtete WohungsbesitzerInnen, den gequälten Immobilienmarkt und die trotz ihres mutmaßlichen  Reichtums jammernden AlleinerzieherInnen in Substandard-Wohnungen.

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