urbaniZm

Archive

Als Auftakt der Aktionstage “Wilder Wohnen” anlässlich des 90-jährigen Jubiläums des Mietengesetzes findet im Aktionsradius Augarten so eine Art Podiumsdiskussion mit – hoffentlich umfangreicher – Publikumsbeteiligung statt. Dabei wird zuerst die 90-jährige Geschichte des Mieterschutzes erörtert. Auf dieser Grundlage werden aktuelle Probleme und Tendenzen in Wien und darüber hinaus eingebracht und diskutiert:

  • Mietrecht: Geschichte und aktuelle Tendenzen – Josef Iraschko
  • Kommunalem Wohnbau – Antonia Coffey
  • Gentrifizierung in Wien – Roman Seidl
  • Zwischennutzungen, Leerstandspolitik – Anna Hirschmann
  • MieterInnenbewegungen in Europa  – Leo Gabriel
  • und weitere Themen

Mittwoch 5.12.2012 – Aktionsradius Wien – Gaußplatz 11 – 1200 Wien

3 comments
  1. Manni Mateur says: 27.11.201222.36

    Sind fuer die Vorträge Audiomitschnitte geplant?

  2. Manni Mateur says: 27.11.201223.36

    Sind fuer die Vorträge Audiomitschnitte geplant?

  3. Manni Mateur says: 27.11.201223.36

    Sind fuer die Vorträge Audiomitschnitte geplant?

add comment...

Das CIT-Collective versucht schon seit über einem Jahr InteressentInnen für eine kulturelle Nachnutzung des ehemaligen Gaswerk Leopoldau zu bündeln:

“Da oben gibt es ein riesengroßes leerstehendes Gelände!”. Mit diesen Wort einer Einzelperson wird im Sommer 2011 auf einen Schlag eine Gruppe junger Leute auf das ehemalige Gaswerk Leopoldau aufmerksam. Alle interessiert an Stadtentwicklungsprozessen und verbunden mit vielen Kulturschaffenden in Raumnot fängt das CIT collective an, Informationen über das Gaswerk zu sammeln und “live” Blicke darauf zu werfen.
s. http://citcollective.wordpress.com/cit-gaswerk/

Nach längeren Diskussionen und Ideenentwicklungen wandte man sich an die Stadt. Dort schien das ganze an der Komplexität des Vorhabens und von Verantwortungen zu scheitern. Dann kam überraschend ein Call und danach ein, unter denjenigen die dort schon länger engagiert sind höchst umstrittenes, “partizipatives” Verfahren. Für die Stadt natürlich jedenfalls ein großer Erfolg.

Das CIT-Collective ist dennoch weiter optimistisch und bemüht sich um einen konstruktiven Prozess:

Das alte Gaswerk Leopoldau (Endstation U1 und S-Bahn Siemensstr.) würde potentiell die Möglichkeit bieten, die Raumnot vieler künstlerisch-kultureller, politischer und sozialer Gruppierungen in Wien zu lösen. Gleichzeitig könnte damit ein ganzes neues Stadtviertel voller engagierter Menschen entstehen: Der erste “Stadtentwicklungsprozess von Unten” seit Langem in Wien. […]

Mittlerweile scheinen auch die Verantwortlichen bei Stadt und Wiengas erkannt zu haben, dass es ohne “Kunst und Kultur”, aber auch ohne intensive Prozesse der Mitbestimmung und die Einbringung unkonventioneller Ideen nicht funktionieren wird, ohne massiven Protest hervorzurufen. Diese Chance sollten wir nutzen.

s. Aussendung vom 19.11.2012

Um einen Überblick über das bisher geschehene zu geben und den weiteren Prozess zu planen lädt das CIT-Collective zu einem Treffen:

Mittwoch, 21.November – 9.30 – Institut für Alltagsforschung – Schwendermarkt 33 (ehemaliges ÖVP-Büro)

0 comments add comment...

The Austrian Miracle

Wien ist ja bekanntlich anders – zumindest wenn es nach der Dauerbeschallung der Wiener Stadtvermarktung geht. Und ab und an gibt es dann auch noch ein Wunder. So lobt Dardis McNamee – Gründerin und Herausgeberin der englischsprachigen Wiener Monatszeitung “Vienna Review” – in einem Artikel in “Foreign Policy” die Österreichische Sozialpartnerschaft und die in Wien doch noch eher keynesianische Wirtschaftspolitik in den Status eines Wunders. Das ist insofern beachtlich als diese Zeitung – also nicht die von McNamee sondern “Foreign Policy” – weltweit von vielen in Außenpolitik und Diplomatie gelesen wird – ein gewaltiger Marketingerfolg also.

Nun haben die Wunder von Wien eher die Eigenschaft nicht einzutreten. Franz Schellhorn schreibt in der Presse auch gleich fleiߟig dagegen an. Er meint sinngemäß das einzige Wunder seien die Schulden und dreht als Gegenposition eine gute alte neoliberale Schallplatte: nämlich dass hier “Wohlstand konsumiert wird, der nie erwirtschaftet worden ist”. Nur die Presse wird im Ausland wohl kaum jemand lesen.

Das Wunder von Wien

Soweit so langweilig. Aber es gibt ja nun ein wahres “Wunder von Wien”: eine grüne Partei, die plötzlich Sozialpolitik betreibt. Ob nun da die Alternative Liste aus dem Keller wiederauferstanden ist und das gute alte Melonenprinzip (außen grün und innen rot – für die, die diesen entsetzlich alten Witz noch nicht kennen sollten) wieder da ist?

Ich versuche eine Rekonstruktion der Ereignisse:

In Deutschland gibt es schon länger Mietproteste. In Berlin erreichten diese rund um das letzte Wochenende das erste Mal breite Medienaufmerksamkeit – wohl auch weil der Nachfrageüberhang mittlerweile absurde Ausmaße annimmt. In Wien ist angeblich nichts mehr zu holen und die institutionellen Investoren ziehen weiter.

Do. 8. 11.

Das grüne Wunder von Wien fängt wohl an am 8. November 2012: mit einer Aussendung von David Ellensohn mit dem Titel “Österreich braucht eine umfassende Mietrechtsreform”. Ellensohn ist Klubchef der Wiener Grünen und hat – laut seiner Webseite  – die “Schwerpunkte: Soziales, Wohnen, Umverteilung”. Read More

3 comments
  1. @bagruthewi says: 15.11.201216.42

    Zur Debatte um das Mietrecht und den Vorschlag der Grünen, eine Mietobergrenze von 7 Euro/m2 einzuführen: http://t.co/0hi0kFjV #Wien

  2. robert poth says: 18.11.201202.13

    Diese neue Debatte über die Leistbarkeit des Wohnens ist m.E. dringendst nötig, und ich freue mich auch über die Existenz von urbanizm.net. Die aus der Zeit der Großen Koalition (wenn ich mich nicht irre) stammenden Absurditäten wie die Ausweitung der Befristbarkeit von Mietverträgen beurteile ich als eine Art Etappensieg der Rentiers. (Schema: Wenn sich bloßer Besitz nicht mehr rentiert, dann soll der Staat dafür sorgen, dass das wieder der Fall ist. Toll.)

    Anekdotisches: Ich lebe im Zentrum einer Boboisierungszone (Yppenplatz), mit um sich greifenden Dachgeschossausbauten, wegsterbenden AltmieterInnen, modernen NomadInnen (qua befristete Mietverträge) und HauseigentümerInnen, die sich die Hände reiben können, weil die Zinshaus- und Grundstückspreise ohne ihr Zutun nach oben streben. Ich kenne die meisten Leute im eigenen Haus kaum mehr (sie wechseln zu rasch; Solidarität unter MieterInnen kann sich derart nicht mehr entwickeln), und es beruhigt mich nicht unbedingt, dass mein Hauseigentümer ein bezifferbares Interesse an meinem Ableben hat (unbefristeter Mietvertrag, hört, hört).
    Eine meiner Bekannten zieht nun weg aus Wien, weil sie sich die letzte Erhöhung ihrer Mietkosten (befristeter Mietvertrag) nicht mehr leisten kann, und wird zur Pendlerin. Womit auch die Verbindung mit den Parkpickerln gar nicht so abwegig erscheint …

  3. @fernseherkaputt says: 18.11.201223.05

    Lesenswerte Analyse von @urban_izm zu den Vorschlägen der Grünen und der medialen Dynamik: http://t.co/1X6Ftwql #Mieten #imZentrum

add comment...

Michael Hieslmair und Michael Zinganel haben tracing spaces gegründet – eine NGO für “interdisziplinäre Forschungsprojekte, Veranstaltungen und Publikationen”. In dem Rahmen veranstalten sie eine Serie von Veranstaltungen mit dem Titel “Mapping Mobilites”. Am Dienstag finden als dritter Teil der Serie zwei Vorträge an der TU Wien statt:

Alissa Tolstokorova stellt in “Where Have all the Women Gone?” die Auswirkungen der überproportional hohen Mobilität von Frauen vor, die nur mit Touristenvisa ausgestattet im Westen Europas als Service-, Reinigungs- und Pflegepersonal arbeiten. Im Zentrum stehen die Herausforderungen und Probleme eines derart mobilisierten und transnationalen Alltags der Frauen sowie die destruktiven Auswirkungen auf die Familie als soziale Institution.

Uwe Rada berichtet in “Terminals” von den Transformationen des Metropolenkorridors zwischen Berlin und Minsk, entlang dessen sich wachsende und schrumpfende Räume gegenüberstehen. Im Fokus liegen Grenzen und Grenzüberschreitungen die nicht nur das wirtschaftliche Überleben zum Thema haben sondern auch konkurrierende Geschichtspolitiken und neue regionale Identitäten.

s. http://tracingspaces.net/mapping-mobilities-program/

Dienstag, 13. Oktober 2012  – 19.00
Kontaktraum – TU Wien – Gusshausstrasse 25-29, Dachgschoß – 1040 Wien

1 comment
  1. @bagruthewi says: 11.11.201219.55

    Mapping Mobilites: Arbeitsmigration von Frauen & der Metropolenkorridor zwischen Berlin und Minsk – http://t.co/MHOkAGj2

add comment...

Die Debatte über “Post-Democracy” und “Post-Politics” scheint sich auszubreiten. Die sozialen ÖkologInnen am IFF  laden zu zwei Vorträgen zum Thema.

Ingolfur Blühdorn spricht am 15. November eher allgemein über “Postdemokratie, Postpolitik und Ökodiktatur”:

Was ist eigentlich Postdemokratie? Die schon seit einigen Jahren andauernde Diskussion um diesen Begriff hat sich inzwischen in eine Debatte um die sogenannte Postpolitik weiter entwickelt. Er artikuliert die Befürchtung, dass immer mehr grundlegende Fragen des gesellschaftlichen Lebens aus dem Bereich des Verhandel- und Entscheidbaren herausgenommen und an Akteure übertragen werden, die nach einer Logik der Alternativlosigkeit handeln. Bezogen auf die Klima- und Umweltpolitik könnte dies geradewegs in eine technokratisch-autoritäre Ökodiktatur führen. Der Vortrag befasst sich kritisch mit den populären Begriffen der Postdemokratie und Postpolitik. Er untersucht den Wandel demokratischer Wertorientierungen und eröffnet eine unerwartete Perspektive auf mobilisierende Warnungen vor der Ökodiktatur.
http://www.uni-klu.ac.at/iff/downloads/iff-lectures-Bluehdorn-20121115.pdf

Erik Swyngedouw spricht am 28.November dann konkreter zu Fragen der depolitisierung des Klimaschutzes:

I explore the paradoxical situation whereby the environment is politically mobilized, yet this political concern with the environment, as presently articulated, is argued to suspend the proper political dimension. I shall explore how the elevation of the environment to a public concern is both a marker of and constituent force in the production of de-politicization. The paper has four parts. In the first part, I problematise the question of Nature and the environment. I argue that there is no such thing as a singular Nature around which an environmental or climate policy and future can be constructed and performed. Rather, there are a multitude of natures and a multitude of existing, possible or practical socio-natural relations and proper politicization of the environment needs to endorse this heterogeneity fully. In a second part, the emblematic case of climate change policy will be presented as cause c?bre of de-politicization. I argue how climate matters were brought into the domain of politics, but articulated around a particular imag(in)ing of what a good climate or a good environment is, while the political was systematically evacuated from the terrain of the now Anthropocenic — environment. The third part will relate this argument to the views of political theorists who have proposed that the political constitution of contemporary western democracies is increasingly marked by the consolidation of post-political and post-democratic arrangements. In the fourth section, I discuss the climate change consensus in light of the post-political thesis. I shall conclude that the matter of the environment in general, and climate change in particular, needs to be displaced onto the terrain of the properly political.
http://www.uni-klu.ac.at/iff/downloads/iff-lectures-Swyngedouw-20121128.pdf

Die Veranstaltungen sind jeweils um
18.00 am IFF, Schottenfeldgasse 29 – 1070 Wien

Swyngedouw

0 comments add comment...

Die Wiener Gratiszeitungen sind der Stadt – insbesondere dem Wohnbaustadtrat – oft erstaunlich wohlgesonnen.

So fand sich in Österreich am 9. Oktober direkt über den Bericht über den ersatzlosen Abriss eines Gemeindebaus – also einer Maßnahme der Verminderung des kommunalen Wohnhausbestands – ein Artikel mit dem Titel “Wohnen bleibt leistbar” inklusive Foto des Herrn Wohnbaustadtrat.

Muss man neben einen kritischen Artikel einen freundlichen setzen? Ist das Ausgewogenheit á la Österreich? Gab oder gibt es bei Österreich auch eine Vorgabe, dass man Anzeigenkunden eine “wohlwollende PR Berichterstattung” zukommen lassen soll?

Ein Höhepunkt der PR-Berichterstattung war jedenfalls die Definition des Begriffs “urban” in “heute” vom 11. September – wobei hier leider nicht mehr bekannt ist, ob es sich um ein Advertorial oder um einen “redaktionellen” Beitrag handelt. Der Titel des Beitrags ist “Lebensqualität pur: Wohnen im Grünen und Urbanität“. Links findet sich ein Foto aus einer Au – wohl die Lobau – und rechts eines vom Gewerbepark Stadlau. Naheliegend ist, dass wenn das Foto links die nahe gelegene Natur symbolisieren soll das rechts Urbanität symbolisiert. Im Text wird dann auch auf die umfassenden Einkaufsmöglichkeiten im Donauzentrum und im Gewerbepark Stadlau verwiesen. Der Gewerbepark ist derart urban, dass sich auf NORC leider keine Fotos finden – ich denke aber das Foto aus heute ergibt einen ausreichenden Eindruck.

1 comment
  1. @bagruthewi says: 11.11.201220.09

    Beitrag von @urban_izm über den ersatzlosen Abriss eines Gemeindebaus und unkritische Medienberichterstattung: http://t.co/3jRWFb3J #Wien

add comment...

Die Ig Kultur Wien verleiht dieses Wochenende die zweijährlichen Innovationspreise für die freie Kulturszene:

Der partizipativ vergebene Preis soll einen Blick darauf bieten, was in der Stadt Wien abseits von touristischer Kultur passiert. Dabei gilt der Blick vor allem jenen Projekten und Initiativen, die wenig oder kein Geld von der Stadt bekommen. Fehlende Wertschätzung für die freie und autonome Kulturszene ist aber nichts, was sich nur durch den Mangel adäquater Förderungen festmachen lässt – auch der Zugang zu Räumen und Ressourcen sowie eine fehlende Gesprächsbereitschaft über Themen freier und autonomer Kulturschaffenden sind systematisch für die Wiener Politik. Der Preis soll dazu dienen all diese Projekte und ihre Anliegen sichtbarer zu machen.
s. Überblick über die Veranstaltungen

Dabei sind von der Gemeinde Wien geförderte Projekte wie etwa das Buskers Festival oder auch Versuche der Mischung von Kunst und BürgerInnenbeteiligung.

Am Freitag findet die Eröffnungsfeier statt, am Samstag gibt es eine Podiumsdiskussion über das Verhältnis von “Verhältnis von Macht, Kultur, Kreativität und Politik” und am Sonntag wird schließlich der erste Teil der Studie “Perspektive Leerstand” im Rahmen einer Podiumsdiskussion präsentiert. Der zweite Teil ist gerade in Arbeit:

Seit rund vier Jahren beschäftigt sich die IG Kultur Wien verstärkt mit dem Thema Leerstand. In dieser Zeit sind die Kampagne Platz da?! und das Konzept für die Studie „Perspektive Leerstand“ entwickelt worden. Die Studie, deren zweiter Teil gerade abgeschlossen wird, wirft Licht auf die aktuelle Diskussion über Leerstand in Wien und zeigt Perspektiven anderer Städte im Umgang mit dem Thema auf.
s. Einladung zur Podiumsdiskussion

Programmüberblick: http://www.igkulturwien.net/index.php?id=innovationspreis

Die Veranstaltungen finden alle im
mo.ë – Thelemangasse 4/1 – 1170 Wien
statt – im Programm ist das leider nur versteckt wahrnehmbar.

0 comments add comment...

Im Rahmen der Lehrveranstaltung “Spatial Justice Assessment Wien” (was auch immer das sein soll?), die im Lehrveranstaltungsinformationsystem der TU Wien “Stegreifentwerfen Die gerechte Stadt” heißt, haben Johannes Fiedler und Jördis Tornquist Susan Fainstein zu einem Vortrag eingeladen. Johannes Fiedler ist zur Zeit Gastprofessor am Institut für Städtebau, Landschaftsarchitektur und Entwerfen an der TU Wien auf – wohl auf Einladung von Andreas Hofer vom Fachbereich Städtebau.

Der Vortrag von Susan Fainstein soll – laut einer Aussendung der Veranstalter – Ihre Idee einer gerechten Stadt und gerechten Stadtentwicklung erläutern:

Within the global context of heightened urban competition, approaches to urban development have been justified by their contribution to economic growth rather than to greater justice. The consequence has been increased inequality and diminished access to amenities and welfare. The use of justice as a governing principle defined in terms of equity, diversity, and democracy would require that policies be evaluated in terms of their consequences for the relatively disadvantaged.

This form of evaluation requires predicting the impact of policy on different social groupings rather than on aggregates, and it means that appropriate policies in one context may be ill-advised in another. The idea of Spatial Justice is in this sense post-positivist and sensitive to the specifi cities of projects and locales.

Do, 11. Oktober 2012, 19.00 – Schütte-Lihotzky-Saal (HS7), II. Hof, Stiege 7, EG – TU Wien, Karlsplatz 13

0 comments add comment...

Der folgende Text ist in St.u.P.i.D. 3/2012, der Zeitung der Studienvertretung Raumplanung an der TU Wien erschienen.

Seit Juli gibt es einen neuen Blog zu kritischer Stadtforschung und/oder Wien: urbaniZm.net . Dies ist der Versuch eines Selbstgesprächs zwischen Justin Kadi, Roman Seidl und Johannes Suitner über Ideen, Motive und Ziele des Mediums.

Roman: Meine erste Frage wäre: Wann sind wir das erste Mal auf die Idee gekommen einen Blog zu machen?

Johannes: Ihr habt im Frühjahr mal darüber geredet, dass es diese Idee gibt.

Justin: Es hat relativ lange gedauert, um das in die Gänge zu bekommen. Die Idee war lange da, aber es war unklar, was das genau sein soll und was wir wollen.

Roman: Jetzt ist alles klar?

Justin: (lacht)

Johannes: Warum ein Blog als Medium? Warum schicken wir nicht einfach Emails?

Roman: Ich kann das nur für mich beantworten. Ich mag Blogs für solche Zwecke, weil sie auch eine Öffentlichkeit haben. Wir können zeigen, wie gescheit wir sind, dass wir gute Dinge finden, die auch andere interessieren. Auch mag ich andere Dinge wie Facebook nicht so – ich bin für offene und transparente Medien.

Justin: Das Gute ist einerseits der Aspekt der Öffentlichkeit, andererseits hat der Blog auch eine Archivierungsfunktion. Man kann leicht nachschauen, was vor kurzem passiert ist. Es ist weniger aufdringlich als ständig Emails zu schicken.

Roman: Man kann dem Blog auch über Twitter oder Facebook folgen. Bei Facebook bekommt man das auf die Wall. Bei Twitter kann man jemandem folgen und dann bekommt man die Neuigkeiten. Das ist ein sehr einfaches System. Wenn ich Follower von Barbara Karlich bin, bekomme ich, was Barbara Karlich postet.

Johannes: „Mein neuer Activia Werbespot ist fertig!“

Roman: Genau.

Justin: Eine Anschlussfrage zum Sinn des Blogs: Es gibt hunderttausend Blogs. Was ist neu an urbaniZm?

Roman: Wir haben uns das natürlich auch gefragt und eine Lücke gesucht. Stadtforschungsblogs gibt’s ja viele. Kritische Stadtforschungsblogs gibt’s immer noch relativ viele – vor allem auf Englisch. Zu Wien gibt es halt nichts – wie es halt oft zu Wien nichts gibt.

Johannes: Das spiegelt ja ein wenig die Grundintention wider. Das eine ist das Read More

0 comments add comment...

Die Stadterforschung widmet sich der Geschichte und Gegenwart autonomer Räume in Wien. Die Route führt per Rad zu Orten autonomer Selbstorganisation, will historisches Wissen in Erinnerung bringen sowie Möglichkeiten und Chancen alternativer Raum- und Selbstorganisation aufzeigen und diskutieren. Ausgangspunkt für die Stadterforschung ist die Aegidigasse 13 im 6. Wiener Bezirk, wo sich bis 1988 mit der Aegidi/Spalo eines der legendären besetzten Häuser Wiens befand, und heute ein Kinderspielplatz angesiedelt ist. Von dort erkundet die Stadterforschung ehemalige und gegenwärtige Räume der Selbstorganisation. Die Erkundung will das Bewusstsein für die Geschichte gesellschaftspolitischer Auseinandersetzungen mit ‘Stadt’ schärfen, aktuelle Formen autonomer Lebensentwürfe vorstellen, potentielle Handlungsräume aufzeigen und Austausch und Vernetzung anregen.

Die (voraussichtliche) Route der Stadterforschung: Aegidi/Spalo – dasbaeckerei – Bikekitchen – Epizentrum Lindengasse/Westbahnstraße – Rotstilzchen – Bacherpark – Humboldtgasse – EKH – und gegebenenfalls ein aktueller Hotspot.

Sa, 6. Oktober 2012, 12:30 bis 16.30 Uhr,
Treffpunkt: Aegidigasse 13, 1060 Wien.
Fortbewegungsmittel: Fahrrad

Die Stadterforschung findet bei jedem Wetter statt. Bei (heftigem) Regen Alternativroute zu Fuß. Aktuelle updates: http://www.urbanize.at

Stadterforschung deutet ein aktives Element von Sehen, Aufnehmen, Umsetzen an. Seit 2007 dienen die Erkundungen der Selbstaneignung von (Stadt- )Geschichte und der Entwicklung eines kritischen Blicks auf Stadt(- entwicklungen und -planungen). Bisherige Themen waren etwa der Wiener Neustädter Kanal, die Seestadt Aspern, mathematisches und physikalisches Wien, das NS-Konzentrationslager Hinterbrühl oder der Wiener Zentralbahnhof. Interessierte sind eingeladen teilzunehmen und eigenes Wissen über die jeweiligen Orte einzubringen.
Information und Kontakt: stadterforschung@gmx.at

0 comments add comment...