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Demokratie?

Es fällt schwer einen seriösen Text über die Wiener Volksbefragung zu schreiben. Das liegt nicht nur an dem wie sie wohl zustande kam – als Abwehr gegen die Anti-Parkpickerl-Partei. Jene die damit vertraut sind wie man mit Fragen Antworten steuert oder eben nicht (doch zumeist das Ziel in der empirischen Sozialforschung) sind irritiert bis amüsiert – wohl auch darüber darüber, dass wohl nicht nur unabsichtlich die Fragen so gestellt wurde, das sie das Ergebnis bringen das von der Stadtregierung erwünscht ist. Verfassungrichter Heinz Mayer sieht die Wiener Volksbefragung gar „Nahe am Missbrauch – und das nicht nur weil es möglich scheint auch nach der Verkündigung eines Zwischenergebnisses noch taktisch abzustimmen. Personen denen es ernst ist mit der direkten Demokratie halten damit auch nichts von der Abstimmung.

Über den Nutzen von direkter Demokratie kann man ja geteilter Meinung sein. So ist die Schweiz ein vergleichsweise konservatives Land – etwa ohne öffentliche Krankenversicherung. Viele Initiativen – wie vor kurzem eine zur Ausweitung des Jahresurlaubs – scheitern an der Einflussnahme der Wirtschaft auf die öffentliche Meinung. Direkte Demokratie ist in hohem Maße ein Spiel mit der Frage, wie Interessengruppen Einfluss ausüben können – vor allem auf die publizierten Meinungen, die Medien. Die Wiener SPÖ hat in der Vergangenheit selten behauptet sie sei für mehr direkte Demokratie, die Wiener Grünen jedoch laut und deutlich. Das macht diese Befragung „nahe am Missbrauch“ wohl eher zu einem Problem der Wiener Grünen.

Schließlich dient die Befragung wohl vorrangig der Abwehr der von der ÖVP initiierten Anti-Parkpickerl-Befragung. Diese Befragung wurde mit dem Argument abgelehnt weil die Wiener Stadtverfassung Abstimmungen über Gebühren verbietet. Für diese jetzige Befragung musste am Ende auch die Stadtverfassung geändert werden – aus Termingründen. Und die Frage die nun zum Parkpickerl enthalten ist fragt quasi nach einer Änderung der Stadtverfassung. Die Grünen lassen sich von der Anti-Parkpickerl Partei treiben und werden damit zur Parkpickerl-Partei – als könnte so etwas wichtiger sein als Fragen der Demokratie. Ob sie das lange überleben erscheint mir fraglich.

Spiele?

Schließlich gibt es bei dieser Befragung doch eine Frage, die klar offen formuliert ist: die nach einer Berwerbung um Olympische Spiele. Das erscheint Ersatunlich da scheinbar sowohl der Wiener Bürgermeister als auch die Vizebürgermeisterin dafür sind. Immerhin sind Teile der Grünen wohl dagegen – vielleicht ist die Frage deshalb überraschend neutral formuliert.

Vassilakou spricht bei Olympia jedenfalls von einer Chance für die Stadt. Die Frage ist nur wer ist denn diese Stadt? Wer soll da welche Chance haben? Für die Stadtregierung ist es sicherlich eine Chance – auf zahlreiche öffentlichkeitswirksame Maßnahmen etwa. Der Londoner Bürgermeister Boris Johnston dürfte von Olympia klar profitert haben. Daneben gibt es noch ein paar Großbaustellen Read More

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Die Wiener Volksbefragung hat viele Aspekte. So ist das Zustandekommen der Befragung selbst ja schon interessant. Es gibt dazu zwar wohl keine offizielle Stellungnahme aber niemand wird bezweifeln, dass es etwas damit zu tun hat, das die ÖVP Wien zu einer „Anti-Parkpickerl“ Volksbefragung trommelt und dafür bereits seit langem ausreichend viele Unterschriften gesammelt hatte. Jetzt kann man sich fragen worin das Glück einer Partei besteht deren kommuniziertes Programm in letzter Zeit wohl daraus besteht gegen Parkraumbewirtschaftung zu sein. Aber das ist nicht so wichtig. Die Volksbefragung über das Pickerl wurde vorerst jedenfalls nichts – weil die Wiener Stadtverfassung eine solche über Gebühren verbietet. Das Versprechen der Stadtregierung war dann später in einem anderen Zusammenhang zu befragen. Soweit die bekannte Vorgeschichte.

Irgendwann im Herbst wurden dann die Fragen zusammengezimmert. Im Vorfeld hatten die Wiener Grünen groß getönt sie wollten die Mietpreise beschränken und dies Teil der Befragung werden lassen. Das Getöse war dann schnell vorbei. Als es dann um die Fragen ging war dann plötzlich Olympia im Gespräch.

Eine Rot-Grüne Stadtregierung macht also Werbung für ein Großprojekt? Ich war irritiert. Eigentlich verärgert. Ich kann mich nicht erinnern eine derart grausliche Idee zur Stadtentwicklung aus dem Rathaus vernommen zu haben. Daher habe ich mich umgehört und nachgebohrt. Der mir bekannte Teil der Gerüchteküche der Grünen schob das alles auf die andere Partei – natürlich. Es kann ja auch gut sein, dass das der Profilierung einzelner in der Wiener SPÖ dient, aber das zwingt niemanden dem Unsinn auch zuzustimmen.

Weiteres Nachfragen hat aber zutage befördert, dass es “unterschiedliche Meinungen” innerhalb der Grünen dazu gäbe. Und nach einer lästigen Anfrage zu viel wurde ich schon an das „Dialog-Team“ weitervermittelt. Da kommt dann so ein schönes weichgespültes Dialogangebot. Da wird von den großen „Chancen für Wien“ gesprochen und der Mythos der ach so schönen Spiele in Barcelona wird wieder einmal auferweckt.

Ich kam mir vor wie beim original “Dialog-Team” – dem Betreuungsteam der Schweizer Polizei für Fußballfans – das soll ja auch mal mit freundlichen Worten den Ärger vermeiden helfen. Und ich hätte gerne eine Position oder Argumente gehabt oder  Quellen, die irgendwas belegen – etwa dass in Barcelona doch jetzt nicht Zehntausende verdrängt wurden. Aber da war nichts – nur nette Worte. Also habe ich Ihnen das geschrieben und meine Sicht der Spiele in Barcelona mit folgendem schönen Zitat gewürzt:

“Barcelona’s Olympics, in 1992, are cited as a model to which all succeeding Olympic cities should aspire. But, though much less destructive than Seoul’s, they were also used to cleanse the city. Roma communities were evicted and dispersed. The council produced a plan to “clean the streets of beggars, prostitutes, street sellers and swindlers” and “annoying passers-by”(6). Some 400 poor and homeless people were subjected to “control and supervision”. Between 1986 and 1992, house prices rose by 240% as the Olympic districts were gentrified, while public housing stock fell by 76%. There was no consultation before the building began – the Games were too urgent and important for that. Around 59,000 people were driven out of the city by rising prices.”

Monbiot, 2007 s. http://www.monbiot.com/2007/06/12/someone-elses-legacy/ (16.1.2013)

Auf das und die Anmerkung, dass es mich wundern würde wenn die Grünen die Vertreibung von Roma, Bettlern und Armen aus der Stadt für einen Erfolg halten würden habe ich dann jedenfalls keine Antwort mehr erhalten. Doch ein Monolog-Team.

Das war im Jänner. Am 20. Februar findet die Grüne Vizebürgermeisterin Barcelona scheinbar immer noch ganz großartig. Ich habe mich also möglicherweise geirrt? Ob sie nun doch für die Vertreibung von Armen aus der Stadt ist? Es würde mich wundern aber konsequent wärs – anders kann ich mir Olympia nicht vorstellen.

3 comments
  1. Marie Sophie Plakolm says: 08.03.201320.54

    Passend dazu ein empfehlenswerter Artikel aus der Le Monde zu den Olympischen Spiele in Rio 2016 und den jetzt schon spürbaren Auswirkungen, wie Immobilienspekulationen und Gentrifizierung in den Favelas http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/02/08.mondeText.artikel,a0067.idx,23

  2. Marie Sophie Plakolm says: 08.03.201321.54

    Passend dazu ein empfehlenswerter Artikel aus der Le Monde zu den Olympischen Spiele in Rio 2016 und den jetzt schon spürbaren Auswirkungen, wie Immobilienspekulationen und Gentrifizierung in den Favelas http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/02/08.mondeText.artikel,a0067.idx,23

  3. Marie Sophie Plakolm says: 08.03.201321.54

    Passend dazu ein empfehlenswerter Artikel aus der Le Monde zu den Olympischen Spiele in Rio 2016 und den jetzt schon spürbaren Auswirkungen, wie Immobilienspekulationen und Gentrifizierung in den Favelas http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/02/08.mondeText.artikel,a0067.idx,23

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Ware Wohnen?

Wilder Wohnen Aktionstage, Wien
Jetzt als Download bzw. Stream verfügbar: cba.fro.at/105538

Explodierende Wohnkosten führen in vielen Städten zu Protesten. Auch in Österreich rückt die Wohnungsfrage und damit die Frage nach der Sicherung von „Wohnen als Grundrecht“ wieder stärker ins Zentrum der gesellschaftlichen und politischen Debatte. Denn auch hierzulande steigen Mieten weitaus schneller als Löhne und immer mehr Menschen sind gezwungen, einen immer höheren Anteil ihres Einkommens für das sprichwörtliche „Dach über dem Kopf“ auszugeben. „Wohnen darf keine Ware sein“ lautete daher das Motto umfangreicher Aktionstage, die Anfang Dezember 2012 vom „Bündnis Wilder Wohnen“ in Wien veranstaltet wurden. Von 5. bis 8. Dezember luden zahlreiche Initiativen mit Diskussionen und Vorträgen, einem öffentlichen Wohnzimmer am Praterstern und Führungen zur Auseinandersetzung mit aktuellen Wohnungsfragen. dérive – Radio für Stadtforschung hat sich bei den „Wilder Wohnen Tagen“ umgehört.

Geschichte der Urbanität: ”Die Stadt im 19. Jahrhundert – Sphärenwechsel”,
Manfred Russo, Universität Wien.

Weiterfuehrende Informationen zum Thema:
Bündnis Wilder Wohnen: http://wilderwohnen.blogsport.eu
Andrej Holm Gentrification Blog: http://gentrificationblog.wordpress.com
Pizzeria Anarchia: http://pizza.noblogs.org
Leerstandsmelder Wien: http://www.leerstandsmelder.net

dérive – Zeitschrift für Stadtforschung N° 46: Vom Superblock zur Ueberstadt – Das Modell Wiener Wohnbau und derive – Radio für Stadtforschung zum Thema Wiener Wohnbau

Redaktion und Sendungsgestaltung: Elke Rauth, Anne Erwand, Christoph Laimer, Shenja von Manstein, Manfred Russo

Sendungsverantwortung: Elke Rauth

Information und Kontakt: http://www.derive.at, radio@derive.at

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Dienstag, 5.2.2013, 18 Uhr in der PizzeriA, Mühlfeldgasse 12, 1020 Wien

um 20 Uhr Film “Creativity and the capitalist City- the struggle for affordable space in Amsterdam, Tino Buchholz, NL, 2011, 55 min

Dokumentarfilm zum aktuellsten Stadtentwicklungsmantra heutzutage: Kreativität. Thematisiert wird Kreativität als Überlebenskunst in hoch entwickelten, westlichen, kapitalistischen Städten und die Suche nach bezahlbarem Wohn- und Arbeitsraum in Amsterdam, d.h. Zwischennutzungen, Hausbesetzungen, etc.

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Foto: © Mike Grauer

Foto: © Mike Grauer

derive 50 Magazinpraesentation mit Reclaim YOUR Straße Speakers’ Corner Praterstern

10 x 5 min asphalttaugliche Speakers’ Corner Beitraege

Donnerstag, 17.01.2013, 19 Uhr, Wien Praterstern (Fluc Vorplatz), 1020 Wien

derive widmet seine 50. Ausgabe der „Strasse“ und laedt zur Feier des formidablen 50ers zum Speakers’ Corner am Praterstern mit 10 x 5 min Beitraegen voller Street-Credibility und asphalttauglicher Fabulierlust:

  1. Die Strasse, die Fussgaenger und die Stadtentwicklung. Strasse als Lebensraum.
    Guenter Emberger
  2. Can’t We All Just Get Along? How I Learned to Stop Worrying and Love Shared Space.
    Emilie Kleinszig + Joshua Grigsby.
  3. Ein Einkaufswagen deckt auf. Geschichten verborgener Mobilitaet.
    Philipp Wetzel.
  4. Jede 2. Straße autofrei! Einsparpotential Mobilitaet.
    Jutta Woertl-Goessler.
  5. Der Oberflaechenbelag schimmert pitoresk. Asphalttaugliche Gedankenabschweifungen zur weitraeumigen Umfahrung des Wirklichkeitskanals. Michael-Franz Woels.
  6. Die nutzergerechte Stadt. Autofreie Moeglichkeitsraume u.v.m.
    Christian Scheler.
  7. “… dass von denen taeglich nicht mehr draufgehen, ist eigentlich ein wunder!” Eine Lesung selektierter Online-Postings zum Konfliktthema Fahrrad.
    IG Fahrrad + Co.
  8. Neobiedermaier im Stuwerviertel. Von oeffentlichen Freiraeumen und privaten Hoehlen.
    Schwarze Hand.
  9. Einfallstrassen. Auf der Suche nach dem menschlichen Massstab.
    Daniel Dutkowski.
  10. Streetwise. Weisheiten auf der Straße.
    Mara Verlic, Justin Kadi, Roman Seidl & Johannes Suitner.

Für Heissgetraenke ist gesorgt!

link: www.derive.at

 

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Stadterforschung zum G3 Shopping Resort Gerasdorf, dem “Shopping-Center mit Wohlfühlfaktor” vor den Toren Wiens.
Treffpunkt: Samstag, 12.01.2013, 12:30 Uhr, Abfahrtsstelle des G3-Shuttlebus, Franz-Jonas-Platz, 1210 Wien (U6/S-Bahn Floridsdorf).

Ein letztes Einkaufszentrum wurde auf die grüne Wiese gebaut – das G3 Shopping Resort Gerasdorf. Fernab jeglicher städtischer Struktur, aber doch bei Wien. Zum Einkaufen aus der Stadt heraus zu fahren ist eigentlich schon pervers genug, aber beim Versuch, den Shuttlebus, die einzige zumutbare Alternative zum Auto, zu nehmen, kann der vollkommene Wahnsinn erlebt werden (wie kurz vor Weihnachten). Leute drängten, schubsten und schimpften, bis die Polizei kam und so viele Menschen aus dem Fahrzeug entfernte, dass dieses fahren konnte. Bis zuletzt blieben Menschen in der Türe des Reisebusses stehen. Familien wurden beinahe zerrissen: “Ich muss mitfahren, meine Frau ist da irgendwo hinten”. Die Dramatik war schon kaum noch zu steigern, als es auch noch zum verbalen Fight mit der Polizei kam.
Wenn du den raumplanerisch umgesetzten Shoppingwahn in Gerasdorf erleben möchtest, dann nimm an der Stadterforschung teil!

Auf dieser wird das Shoppingcenter und dessen Umgebung gemeinsam angesehen und das Projekt kritisch betrachtet – wenn das möglich ist und nicht alle in Kaufrausch geraten. Dabei wird neben Lage, Anbindung, Umfeld, verkehrlicher Organisation, Gestaltung des öffentlichen Raums, Architektur, Innengestaltung (Feng Shui!), Nutzung und dem Verhalten der Menschen auch der ökologische Aspekt zu erforschen sein: Das G3 gilt als Einkaufszentrum auf der grünen Wiese im Nirgendwo ironischerweise als umweltfreundlich – denn das green building besitzt unter anderem extra eingerichtete Brutplätze für die heimische Haubenlerche, überdachte Radstellplätze, geringe Betriebskosten, eine E-Bike-Ladestation, begrünte Parkplätze (mit Rasengittersteinen) und ein Konzept das auf Natur und Region Bezug nimmt. Dabei hat das G3 auch als erstes Einkaufszentrum in NÖ eine Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgreich durchlaufen.

Ein paar Fakten:
Das EKZ wurde am 18.10. letzten Jahres eröffnet. Es ist das fünftgrößte (und das größte in einer einzigen Bauphase errichtete) EKZ Österreichs und liegt nördlich von Wien an der Kreuzung der Nordautobahn, Wiener Außenringschnellstraße und der Brünner Straße (Nordausfahrt Wiens). G3 steht für die Dreiheit von Hornbach, Fachmarktzentrum und Einkaufszentrum, die gemeinsam das Shoppingresort ergeben. Der Name “Resort” soll dabei deutlich machen, dass die Kund_innen nicht nur als solche, sondern als Gäste empfangen werden – unter dem Motto “Shopping mit Wohlfühlfaktor”. Neben den in Wien bereits aus vielen anderen Shoppingcentern bekannten Geschäften gibt es im G3 auch den Frequenzbringer Primark – eine irische Diskonttextilkette.
Die Investitionssumme für das gesamte EKZ betrug 200 Mio. Euro, bei einer Verkaufsfläche von 70.000 m² und etwa 180 Geschäften werden 20.000 Besucher_innen pro Tag und ein Jahresumsatz von 200 Mio. Euro erwartet.

Treffpunkt:
Samstag, 12.01.2012, 12:30 Uhr, Abfahrtsstelle des G3-Shuttlebus, Franz-Jonas-Platz, 1210 Wien (U6/S-Bahn Floridsdorf).
Gemeinsame Fahrt mit dem ersten Shuttlebus ab 12:45 Uhr. (Aufgrund der verkürzten Intervalle an Samstagen wird nicht lange zu warten sein) Der Shuttlebus ist gratis. Die Abfahrtsstelle ist im Norden des Platzes, parallel zur Station der Straßenbahn 31, bei den Regionalbussen, zu finden (etwa gegenüber des Interspar). Interessant wird dabei auch die Strecke des Shuttlebusses entlang der suburbanen Brünner Straße sein (Zielgebiet des Stadtentwicklungsplanes).

Kontaktmöglichkeit bei Rückfragen: 069910343399.

Weitere Infos zum G3:
Offizielle Website: www.g3-shopping.at
Artikel im Wirtschaftsblatt: :: hier
Wikipedia: :: hier
Werbefilm: :: hier

Stadterforschungen: http://no-racism.net/thema/113/
Stadterforschungen in Wien und darüber hinaus sollen zur Selbstaneignung von (Stadt-)Geschichte dienen, zur Entwicklung eines kritischen Blicks auf Stadt(-entwicklungen, -planungen) beitragen. Aus verschiedenen Gründen interessante Orte gibt es ja genug. Also: bei Interesse kommen, und wenn wer was über die jeweiligen Orte weiß einfach erzählen.
Kontakt: stadterforschung (at) gmx.at

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Wir versuchen den heutigen Vortrag von Andrej Holm zu Wohnungsfragen im 21. Jahrhundert live aus dem Hörsaal 7 der TU Wien zu übertragen.

Der Stream wird ab etwa 18.15 auf:

http://www.ustream.tv/channel/urbanizm-net

zu sehen sein.

1 comment
  1. Nina Fräser says: 06.12.201218.23

    Wird das video auch zu einem späteren Zeitpunkt abrufbar sein? Wäre super!

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Anlässlich des 90. Jahrestages der Verabschiedung des Mietengesetzes in Österreich organisiert das “Bündnis Wilder Wohnen” rund um den 7. Dezember 2012 Aktionstage in Wien (05.-08.12.2012) und will eine dauerhafte neue Mieter_innenbewegung ins Leben rufen.

Das “Bündnis Wilder Wohnen” existiert seit Sommer 2012 und bildet eine Plattform gegen Gentrifizierung und steigende Mieten, die Akteur_innen auf dem Feld der Wohnungspolitik, der Stadtentwicklung und der Mieter_innen-Interessensvertretung vereinigt. Unterschiedliche “Kulturen” der Auseinandersetzung mit Stadt- und Wohnpolitik treffen aufeinander – von den service-orientierten Mieter_innenvertretungen über die “Häuserkampfszene” bis zu den Praktiker_innen und Theoretiker_innen einer sozialen, ökologischen, demokratischen Stadtplanung oder zu den Anti-Privatisierungsinitiativen.

Das Mietengesetz trat am 7. Dezember 1922 in Kraft und war eine wichtige Basis für das sogenannte “Rote Wien” und den sozialen Wohnungsbau. Vorangegangen waren Proteste und Demonstrationen gegen die prekären Wohnverhältnisse vor und nach dem 1. Weltkrieg – der Mietzins konnte völlig willkürlich festgelegt werden, Menschen mussten in Kleinstwohnungen leben, es gab keinen Kündigungsschutz, viele “Bettgeher” konnten sich gerade mal einen Schlafplatz leisten, etc.

Inzwischen wurde das Mietengesetz jedoch mehrfach geändert und novelliert und sein eigentlicher Inhalt ausgehöhlt. Die Aktionstage rund um den 07.12.2012 sollen die sozialen Errungenschaften aus den 1920er Jahren wieder in Gedanken rufen und nehmen auf aktuelle Tendenzen und Probleme in der Wohnungs- und Stadtpolitik bezug.

Wichtig: die Aktionstage sollen der Beginn einer neuen Mieter_innenbewegung sein, nicht das Ende einer Interessensgemeinschaft.

Infos und Termine: http://wilderwohnen.blogsport.eu/

 

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Als Auftakt der Aktionstage “Wilder Wohnen” anlässlich des 90-jährigen Jubiläums des Mietengesetzes findet im Aktionsradius Augarten so eine Art Podiumsdiskussion mit – hoffentlich umfangreicher – Publikumsbeteiligung statt. Dabei wird zuerst die 90-jährige Geschichte des Mieterschutzes erörtert. Auf dieser Grundlage werden aktuelle Probleme und Tendenzen in Wien und darüber hinaus eingebracht und diskutiert:

  • Mietrecht: Geschichte und aktuelle Tendenzen – Josef Iraschko
  • Kommunalem Wohnbau – Antonia Coffey
  • Gentrifizierung in Wien – Roman Seidl
  • Zwischennutzungen, Leerstandspolitik – Anna Hirschmann
  • MieterInnenbewegungen in Europa  – Leo Gabriel
  • und weitere Themen

Mittwoch 5.12.2012 – Aktionsradius Wien – Gaußplatz 11 – 1200 Wien

3 comments
  1. Manni Mateur says: 27.11.201222.36

    Sind fuer die Vorträge Audiomitschnitte geplant?

  2. Manni Mateur says: 27.11.201223.36

    Sind fuer die Vorträge Audiomitschnitte geplant?

  3. Manni Mateur says: 27.11.201223.36

    Sind fuer die Vorträge Audiomitschnitte geplant?

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Im Namen des Departments für Raumentwicklung, Infrastruktur- und Umweltplanung, TU Wien, laden wir herzlich zum untenstehenden Vortrag von Andrej Holm ein.

Neuordnung des Städtischen – Wohnungsfragen im 21. Jahrhundert

Unternehmerische Orientierungen der Stadtpolitik, eine Internationalisierung ortgebundener Investitionen und eine wachsende Fragmentierung von Interessen unterwerfen nicht nur die Stadtentwicklung einem ständigen Anpassungsdruck sondern haben auch das Verständnis von Stadt als Integrationsmaschine und Ort der kollektiven Konsumption verändert. Die Neuordnungen des Städtischen sind vielfach mit dem Trend von sozialen und sozialräumlichen Polarisierungen verbunden und bilden den Hintergrund von vielfältigen gesellschaftlichen Konfliktlinien. Am Beispiel der Wohnungsversorgungssysteme sollen die aktuellen Entwicklungswege und Folgen der kapitalistischen Urbanisierung exemplarisch dargestellt werden. 

Zur Person: Andrej Holm ist Stadtsoziologe und forscht an der Humboldt Universität Berlin zu den Themen Gentrification, Wohnungspolitik im internationalen Vergleich und Europäische Stadtpolitik.

Gerade vor dem Hintergrund der hohen Aktualität städtischer Wohnungsfragen, die sich auch an der gestiegenen öffentlichen Aufmerksamkeit rund um das Thema in den letzten Monaten zeigt, freuen wir uns, dass wir mit Andrej Holm einen ausgewiesenen Experten für die Thematik für einen Vortrag gewinnen konnten.

Donnerstag, 6.12. 18.00h –  TU Wien – Hauptgebäude, Hörsaal 7 Schütte Lihotzky

2 comments
  1. @AndrejHolm says: 06.12.201217.47

    Wien: gleich gehts los: “Neuordnung des Städtischen – Wohnungsfragen im 21. Jahrhundert” Veranstaltung an der TU http://t.co/o6DAuPA0

  2. […] 06. Dezember 2012 | 18:00 | TU-Wien | Hauptgebäude | Hörsaal 7 | Konferenz: Neuordnung des Städtischen – Wohnungsfragen im 21. Jahrhundert […]

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