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Stadtgespräch
Büro Friedrich von Borries / © Christoph T. Herrmann

Büro Friedrich von Borries
© Christoph T. Herrmann

Die Stadtgespräche sind eine monatliche Interviewreihe – entstanden aus Interviews die von Studierenden am Fachbereich Örtliche Raumplanung an der TU Wien geführt wurden. Die Stadtgespräche sollen zeigen wie Plannerinnen und Planer die Stadt und ihre Tätigkeit sehen, was sie sich wünschen und was sie sich von denen wünschen die ihnen eines Tages (nach)folgen werden.

Friedrich von Borries ist Architekt und lehrt Designtheorie und kuratorische Praxis an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. In seinem Berliner Projektbüro arbeitet er mit einem interdiziplinären Team an aktuellen Fragen der Gestaltung und wirtschaftlichen Entwicklung. Weiters hat er nach zahlreichen Fachbüchern 2011 bei Suhrkamp einen Roman veröffentlicht.

Friedrich von Borries spricht über seine Berufsauffassung als hinterfragenden Gestalter von Lebensraum der Spaß für „die Ideologie der Wohlfühlgesellschaft” hält. Städte könne man sich nicht wünschen und ob man sie entwickeln könnte sei höchst fraglich. Die politische Entität Stadt ist angeblich nicht mehr relevant – und am Ende würden in einer partizipatorischen Wohlstandsgesellschaft die Entscheidungen meist doch nach rein ökonomischen Prämissen getroffen. Die Vision scheint düster. Und doch gibt es Hoffnung: darin „nicht brav und lieb” zu sein, weil in der Mikropolitik Gestaltung möglich scheint, darin von anderen insbesondere aus anderen Kulturen zu lernen und schließlich überraschenderweise in Bad Sickingen.

Zukunft Stadt Friedrich von BorriesFriedrich von Borries ist heute im Rahmen der Reihe Zukunft Stadt” an der TU Wien zu Gast und spricht über:

Entwerfen zwischen Fiktion, Imagination und Pragmatismus

Do., 17.1.2013 – 19.00h – TU Wien – Hauptgebäude, Karlsplatz 13, 1040 Wien – HS 7

Was ist Ihr Arbeitsschwerpunkt und in welcher Rolle sehen Sie sich dabei?

Ich verstehe meine Rolle so, dass ich Fragen stelle, während die klassische Stadtplanung vorgibt schon Antworten zu haben.

Arbeitsschwerpunkt ist die Gestaltung von Lebensraum. Dazu zählt Stadt für den Großteil der Menschen. Ich bin auch Architekt, arbeite aber mit anderen Mitteln und Methoden, als man das vielleicht klassischerweise als Architekt oder Stadtplaner lernt.

Unsere Arbeitsmethodik wenden wir in unterschiedlichen Kontexten an. Für Frankfurt und Berlin entwickeln wir im Moment großmaßstäblichen Leitbilder, aber wir realisieren auch kleinmaßstäbliche, interventionistische Projekte und temporäre Installationen.

Dabei hinterfragen wir Übereinkünfte und gucken hinter die Kulissen und Gewohnheiten. So kommen wir zu unseren Lösungen. Ich würde diesen Weg eher als forschenden Blick und weniger als klassisches Entwerfen beschreiben.

Was ist Ihre Lieblingsstadt?

Die Frage finde ich langweilig, weil ich nicht weiß was eine Lieblingsstadt ist. Ich würde gerne mal nach Tokio reisen, weil ich da noch nie war. Deshalb ist Tokio eine Lieblingsstadt, weil ich dort gerne wäre, aber noch nicht war. Berlin ist eine Stadt, in der ich sehr gerne wohne, insofern könnte Berlin meine Lieblingsstadt sein. In Los Angeles habe ich sehr gerne gelebt, eine tolle Stadt. Und Hamburg ist natürlich eine Lieblingsstadt, da mache ich meine Lieblingsarbeit. Aber was ist nun meine Lieblingsstadt.

Bad Sikingen! Bad Sikingen, da war ich noch nie und Read More

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