Fatsa Gerçeği – Fatsa, eine Stadt in Selbstverwaltung

Kollektive Selbstverwaltung jenseits von WG und Hausprojekt – wie schaut das aus, wenn eine ganze Stadt beschließt, ihre Stadt in kollektiver Selbstverwaltung zu übernehmen.
Ein Traum? Nein. 1979 wurde in der Türkei, in der kleinen Stadt Fatsa, am Schwarzen Meer, genau das realisiert. Lokale Volkskomitees beschließen, was zu tun und wie es umzusetzen ist. In diesen acht Monaten versuchen die Bewohner Probleme, die jahrelang als unlösbar galten, gemeinsam zu lösen: von den Problemen der Haselnussbauern und ihren erdrückenden Schulden, über Spielsucht der Männer bis zu häuslicher Gewalt… Noch vor dem Militärputsch setzte die Regierung dem Experiment im Juli 1980 ein Ende. Im Dokumentarfilm erzählen Zeitzeugen von ihren Erfahrungen dieser Zeit.

(Dokumentarfilm / 2007 / 80 min. / OF : Türkisch, deutsche Untertitel ) Regie: Cahit Akçam

Samstag 8. September 2012, Urania Mittelsaal, 20:00

Im Rahmen der Programmreihe „Die Vergessenen “ präsentiert KULTUR HORIZONTE 32 Jahre Militärputsch in der Türkei.

Call for Entries! Stadt selber machen A-Z

Für das von dérive veranstaltete urbanize!-Festival (5. – 14. Oktober) entwickelt Lars Schmid, Performance-Künstler aus Wien, eine  „Wörterbuchinstallation“ zum Festival-Thema „Stadt selber machen“: Begriffe und kurze Texte rund um das „Stadt-selber-Machen“ (von A wie Aneignung bis Z wie Zweckentfremdung) werden auf große Pappkarten (ca. 60x60cm) gedruckt, die beim Festival aufgehängt und zum Lesen von den BesucherInnen abgenommen werden können. Dabei wird auf die Vorderseite der Karten der Begriff und eine kurze Definition gedruckt und auf die Rückseite ein ausführlicherer Wörterbucheintrag. Als „Guide“ durch das Wörterbuch dient eine Audio-Ebene (die man über Kopfhörer in der Installation anhören kann): Alle Kurzdefinitionen der Begriffe werden eingelesen und zu einem Querfeldein-Kurztrip durch das Wörterbuch montiert.

Vorgaben für die Wörterbucheinträge:

– Kurzdefinition (max. 300 Zeichen), Querverweise zu anderen Begriffen
– Eintrag (max: 2500 Zeichen). Interessant wären z.B. Herkunft des Begriffs, seine heutige Bedeutung und auch die Kritik daran.
– Auch bis zu 3 Fotos können dem Artikel hinzugefügt werden.

Deadline: 20.9., alle Infos: urbanize.at/call-a-z

Wo liegen die Probleme am Wiener Wohnungsmarkt?

DerStandard.at bringt heute ein Interview mit Jörg Wippel, Geschäftsführer der Wohnbauträger-Firma WVG Wippel sowie Initiator der Baukulturgespräche beim Forum Alpbach. Wenn man etwas zwischen den Zeilen liest, liefert Wippel einige interessante Denkanstöße, woran es am Wiener Wohnungsmarkt im Moment hakt. Unter anderem wirft er folgende Punkte auf:

  • Der Bürokratieaufwand für den geförderten Wohnbau ist unverhältnismäßig hoch
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„Auf der Straße waren wir bis heute freie Menschen…“

– so ein Mitglied der Breakdancegruppe „Street Life Supreme“ im Videointerview mit standard.at anlässlich der seit Juni verschärften Verordnung für Straßenkunst in Wien. Im Detail lässt sich diese Verordnung hier nachlesen, die Quintessenz ist: Die Ausübung akustischer Straßenkunst (und darunter fallen auch Breakdancer) ist nur an einigen wenigen Orten des Wiener Stadtgebiets erlaubt (siehe Anlage I der Verordnung) und ab diesem Sommer außerdem nur mehr zwischen 16.00 und 20.00 möglich und auf zwei Stunden pro Darbiertung  begrenzt.

Presse und Standard sprechen von der Vertreibung  von Straßenkünstler_innen aus der Wiener Innenstadt, da duch Platzzuweisung (auch an unlukrative Orte wie den Praterstern) und zeitliche Begrenzungen lebenswichtige Einnahmen nicht mehrz erzielt werden können. Ein Ausweichen wird sich für die Künstler_innen nicht leicht gestalten – in Graz weht ein ähnlicher Wind. Gegen den Grazer Stadtsäuberer haben Staßenmusiker_innen bereits ein kleines Lied geschrieben:

Ggegen das Wiener Äquivalent kann man zum Beispiel vom 14.-16.09 ein ganzes Festival besuchen: das Erste Wiener Straßenkunst Festival Buskers.

Stadterforschung 26 – Marchfeldkanal

Der Bau des etwa 100 km lange Gewässerberbundsystems, zu dem der Marchfeldkanal gehört, wurde 1983 begonnen, um das weitere Absinken des Grundwasserspiegels im Marchfeld (1983 und 1984 jährlich ca. 50 cm) zu verhindern. Der Kanal wurde 1986 bis 1995 errichtet, „naturnah“ gestaltet und flutet den Rußbach mit Wasser aus der Donau. Der 18 Kilometer lange Kanal ist unter anderem ein wichtiger Wasserlieferant für die Gemüsebäuer_innen des Marchfelds und ein Naherholungsgebiet. Zum Gewässerverbund gehören Marchfeldkanal, Rußbach, Obersiebenbrunner Kanal und Stempfelbach.

Im Rahmen der Stadterforschung wird der Marchfeldkanal von Deutsch-Wagram bis zur Einmündung an der Donau befahren. Die Strecke ist etwa 19 km lang.

Treffpunkt mit Fahrrad: Samstag, 01.09.2012 um 12.30 Uhr beim Betriebshof Marchfeldkanal in Deutsch Wagram (siehe:http://www.marchfeldkanal.at/download/marafolder_karte.pdf)

Stadterforschungen in Wien und darüber hinaus sollen zur Selbstaneignung von (Stadt-)Geschichte dienen, zur Entwicklung eines kritischen Blicks auf Stadt(-entwicklungen, -planungen) beitragen. Aus verschiedenen Gründen interessante Orte gibt es ja genug. Also: bei Interesse kommen, und wenn wer was über die jeweiligen Orte weiß einfach erzählen.
Kontakt: stadterforschung (at) gmx.at

Wie digitale Karten unser Leben verändern (könnten)

Der Guardian widmet sich in einem Artikel der Frage, auf welche Weise Services wie Google Maps unser Leben nicht nur erleichtern, sondern auf vielfältige Weise auch beeinflussen. Wie nützen wir digitale Kartenservices? Was liefern wir damit Konzernen wie Google für Informationen? Und wie beeinflusst Google mit seinen Services unsere Wahrnehmung der Welt?

Hier gehts zum Artikel: http://www.guardian.co.uk/technology/2012/aug/28/google-apple-digital-mapping

Immobilien-spekulation und (il)legaler Delogierungsdruck – auch in Wien

Im zweiten Wiener Gemeindebezirk gibt es derzeit Aufregung um ein Wohnhaus in der Mühlfeldgasse, in dem von Vermieterseite Druck auf MieterInnen ausgeübt wird, das Haus zu verlassen. Konkret geht es um drei Parteien mit unbefristeten Mietverträgen sowie eine Partei mit befristetem, einjährigen Mietvertrag.

Die Geschichte ist noch am Laufen, aber hier schon ein paar Zeitungslinks zum Thema:
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Städtischer Immobilienboom – Fallbeispiel Toronto

Die ARD berichtet in einem kurzen Audiobeitrag über immobilieninduzierte Veränderungen in Toronto. In der kanadischen Stadt werden derzeit 350 Apartmentprojekte gebaut, was in etwa 100.000 neuen Wohnungen entspricht. Einerseits verändern die neuen Wohnungen die bauliche Struktur der Stadt – von Einfamilienhäusern hin zu Wolkenkratzern. Andererseits sind die Mieten in den Neubauten in vielen Fällen nicht leistbar für niedrigverdienende Haushalte in der Stadt. Dies lässt eine Veränderung der sozialen Struktur in der Stadt befürchten, wie der Beitrag berichtet.

Hier der Link: http://www.tagesschau.de/ausland/toronto124.html

Urbanismweek

Von 24. bis 28. Oktober wird in Delft (NL) die Urbanism Week statt finden. An den ersten drei Tagen finden Workshops statt, an den anderen beiden Tagen gibt es ein Symposium mit internationalen Keynote Speakers.

Das Thema der Veranstaltung lautet „Second Hand Cities – re-thinking practices in times of standstill“. Die Teilnahmegebühr beträgt 180€, doch Studenten zahlen nur 20 €. Wer schnell ist, kann auch noch einen „early bird discount“ erhalten…

Blog Eröffnung! 30. August

Wir besprechen / feiern die Eröffnung des Blogs. Und zwar am Donnerstag,
den 30. August um 17h.

Wir freuen uns über Interesse! Nachdem das Ziel aber ist eine Gruppe zu
finden und zu festigen bitten wir um Anmeldungen/Interessensbekundungen an
opening@urbanizm.net.

Immer nehmen wir das Wort „urban“ in den Mund. Warum? Warum nicht Gesellschaft?

Die taz hat ein Interview mit Doreen Massey veröffentlicht. Sie kritisert darin die Ausrichtung der urbanen Linken auf die Städte:

Gerade dreht sich eine Menge um das Recht auf Stadt und um urbane Kämpfe. In derselben Weise, wie mich die Überfokussierung auf Multikulturalismus besorgt macht, beunruhigt mich auch die übermäßige Konzentration auf Städte, nur weil wir uns gerade in ihnen befinden. Und auch eine Dominanz der Politik durch die großen Städte. Kann ja sein, dass dort die Dinge explodieren, in diesem Sinne ist es richtig, auf sie zu schauen. Aber es ist auch eine Form von Insularität und Selbstobsession, dass wir alle dorthin sehen, wo wir sind, anstatt nach außen gerichtet zu denken.
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