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Michael Davis Buch “Planet of Slums” ist wohl das bekannteste Werk zum Thema informelle Siedlungen. Die österreichsiche Sektion der Internationalen Organisation für ein Partizipatorische Gesellschaft (IOPS) – ein mir unbekannter Verein der so etwas werden will wie eine “globale Graswurzelbewegung” – veranstaltet nun einen Lesekreis dazu. Neben der Frage, ob eine “globale Graswurzelbewegung” nun ein produktiver Widerspruch ist oder nicht kann man also potentiell gleichgesinnte LeserInnen kennen lernen.

Der Historiker und Soziologe zeichnet ein pessimistisches Bild für die Entwicklung (der Megastädte) des globalen Südens. Das globale Bevölkerungswachstum wird voraussichtlich zum aller größten Teil in diesen Metropolen stattfinden. Gegenwärtig gibt es weltweit schon rund eine Milliarde Slumbewohner_innen, welche gezwungen sind in bitterster Armut zu (über)leben, umgeben von Müllhalden, ohne irgendeine Art der Gesundheits- und Sozialversorgung, ohne jeglichen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Laut Mike Davis bilden sie eine eigene Klasse. Diese informelle Arbeiter_innenklasse ist von jeglicher Partizipation an der Weltökonomie ausgeschlossen und die allermeisten haben auch keinerlei Chance der Armut zu entrinnen. Die Kapitalreproduktion in den Global Cities wird weitgehend ohne diese Menschen auskommen, die ihr Überleben weiterhin auf dürftigstem Niveau werden organisieren müssen. Dabei repräsentiert diese informelle Arbeiter_innenklasse eine von der Theorie völlig unvorhergesehene Entwicklung. Weder in der klassischen Sozialtheorie noch in der neueren Modernisierungstheorie wurde sie vorausgesehen. Sie ist nicht das “Lumpenproletariat” von Karl Marx und auch nicht der “Slum der Hoffnung”.

Hoffnung sieht der Autor aber in den Protesten der städtischen Armen, welche sich nicht mit ihrem Schicksal, im Schatten von Müllhalden zu leben, abfinden wollen.

s. http://www.iopsociety.org/austria/events/lesekreis-zu-planet-der-slums/de

Das erste Treffen findet am 14. Februar statt. Bei diesem Treffen sollen die ersten beiden Kapitel besprochen werden.

14. Februar 19.00 – ca.21.00 – Amerlinghaus, Erdgeschoß, Raum 4  – Stiftgasse 8, 1070 Wien

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Seit Sommer letzten Jahres läuft – von den Medien relativ wenig beachtet – ein Beteiligungsverfahren zur Umgestaltung des Schwedenplatzes. Die Ergebnisse des von Plansinn im Auftrag der Stadt Wien gestalteten Prozesses kann man gutenteils auch online einsehen.

Viele Seiten haben Bedenken. Fürchten die einen die weitere Zurückdrängung für eine optimale kommerzielle Verwertung des Platzes und der Umgebung unerwünschter Personen wie Obdachloser oder Alkoholiker so fürchtet die FPÖ genau das Gegenteil. Georg Fürnkranz, FPÖ Klubobmann im 1. Bezirk (und ehemaliger Kabinettschef im Verkehrsministerium unter Hubert Gorbach mit einer entsprechenden “Karriere” in einem Staatsbetrieb) fürchtet um die betroffenen Anrainer – auf einem Platz, der mit 150.000 Personen pro Tag der am stärksten frequentierte von Wien ist. Und er fürchtet damit einen zuwenig exklusiven Charakter im Ergebnis – das wären nämlich “neue, womöglich überdachte Bänke, damit es die Sandler gemütlich haben und die Jugendlichen in Ruhe vorglühen können, um dann grölend durch die Stadt zu ziehen”.

Vorläufiges Ergebnis im Streit um Exklusion im Verfahren und am neuen Schwedenplatz ist eine BürgerInnenversammlung. Diese kann in Wien in einem Bezirk zwar von einer Minderheitsfraktion einberufen werden, der Vorsitz liegt aber bei der Bezirksvorsteherin. Nun muss also die Bezirksvorsteherin eine Versammlung leiten bei der die Ergebnisse des bisherigen Verfahrens in Frage  gestellt werden sollen. Stenzel ist durchaus auch für durch Aussagen bekannt, die einen Ausschluss von Obdachlosen und Jugendlichen aus dem öffentlichen Raum fordern. Und auch Stenzel stellt sich gegen die Stadt – diesmal jedoch bisher nur indem sie die Legitimität des Verfahrens in Frage stellt. Und natürlich meint auch sie, die Interessen der AnrainerInnen seien zu kurz gekommen. Sonderlich viele können das im Verhältnis zu den NutzerInnen jedoch nicht sein auf einem Platz der täglich von fast neunmal so vielen Menschen benützt wird wie der gesamte Bezirk BewohnerInnen hat.

Di., 29. Jänner 2013 – 18.00 Uhr (Einlass ab 17.30 Uhr)
Aula der Wissenschaften, Science Café – Wollzeile 27A – 1010 Wien

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Die Frankfurter Allgemeine Zeitung veröffentlicht dieser Tage eine Serie von Karten zum Thema “Gespaltene Stadt” und fragt sich, ob die Spaltung deutscher Großstädte zwischen 1991 und 2005 zugenommen hat. Vor diesem Hintergrunf werden sechs Großstädte betrachtet: Essen, Frankfurt, Berlin, Köln, Leipzig und Stuttgart.

Die interaktiven Karten zeigen in ihrer Färbung, dass die Spaltung in den untersuchten Städten durchwegs zugenommen hat. Besonders stark sind die Veränderungen laut farblicher Skalierung in Stuttgart und Berlin.

Die Operationalisierung des Konzepts “Spaltung der Stadt” wirft allerdings einige Fragen auf. Die Artikelunterschrift suggeriert, dass es in den Karten um die Veränderung von einkommensbedingter Segregation in deutschen Städten geht, wenn es heißt: “Großstädte teilen sich immer heftiger in arme und reiche Wohnviertel. Unsere interaktive Grafik zeigt an sechs Städten, wie es früher war und wie es heute ist.”

Simpel ließe sich dies zum Beispiel darstellen durch eine Karte mit positiver / negativer Veränderung im Medianeinkommen eines Viertels im Vergleich zum Medianeinkommen in der gesamten Stadt. Verändern sich einige Viertel positiv in ihrer Abweichung und andere negativ, könnte das als ein Indikator für zunehmende Einkommensegregation herangezogen werden. Eine andere Möglichkeit wäre eine Indizierung der Viertel gemessen am reichsten Viertel. Nimmt der Unterschied des Medianeinkommens in ärmeren Vierteln gemessen zum Medianeinkommen im reichsten Viertel ab, kann das als Indikator für eine Abnahme in der Einkommenssegregation herangezogen werden, und vice versa.

Die in der FAZ dargestellten Karten wählen allerdings einen wesentlich simplifizierteren Weg. Die “Spaltung der Stadt” wird operationalisiert durch den Anteil an Sozialhilfeempfängern in einem Viertel. Weisen also im Jahr 1991 zum Beispiel drei Viertel in der Stadt einen Sozialhilfeempfängeranteil > 15 % auf und im Jahr 2005 zum Beispiel fünf wird das – so suggerieren jedenfalls die Karten – als eine zunehmende Spaltung der Stadt interpretiert.

Dieser Schluss scheint allerdings problematisch.  Unklar bleibt beim Heranziehen des Sozialhilfeempfängeranteils, wie sich die Einkommen von denen mit hohem Einkommen verändert haben. Auf Ebene eines Viertels mit steigendem Sozialhilfeempfängeranteil wäre es durchaus möglich, dass auch die Einkommen von jenen mit höherem Einkommen gesunken sind, und daher der steigende Anteil derer mit Sozialhilfe nicht zu einer Spaltung des Viertels geführt hat. Auf Ebene der Stadt ist es ebenso möglich, dass auch in jenen Vierteln in denen sich der Anteil der Sozialhilfeempfänger nicht verändert hat – oder sogar zurückgegangen ist – die Einkommen von höherverdienenden verringert haben – und damit gesamtstädtisch die Einkommenssegregation nicht zugenommen hat. Veränderung von höheren Einkommen sind allerdings mit dem Indikator “Anteil an Sozialhilfeempfängern” nicht abzubilden, schon allein deshalb, weil geringe Veränderungen in hohen Einkommen nicht dazu führen, dass Haushalte unmittelbar zu Sozialhilfeempfängern werden. Die gezogenen Schlüsse erscheinen daher äußerst fragwürdig.

Noch fragwürdiger ist allerdings die auf der problematischen Operationalisierung beruhenden Legendenbeschriftung der Karten. Der Anteil der Sozialhilfeempfänger wird hier abgestuft von niedrig nach hoch wie folgt:

  • Armes Viertel (15 und mehr)
  • Gefährdetes Viertel (10 bis 15)
  • Gutes Viertel (5 bis 10)
  • Reiches Viertel (0 bis 5)

Zwei Problem hierbei: Erstens kann, analog zum oben beschriebenen Beispiel, auf Basis des Indikators “Anteil Sozialhilfeempfänger” kein Schluss gezogen werden über die Einkommenssituation in einem gesamten Viertel. Es ist durchaus möglich, dass in einem Viertel der Anteil der Sozialhilfeempfänger steigt, die Einkommen der reicheren Haushalte allerdings ebenso steigt, und damit das Viertel – im Durchschnitt – reicher (!) wird. Das würde zwar auf eine zunehmden Spaltung des Viertels hinweisen – da aber die Einkommenssituation der reichen Haushalte unbekannt ist, kann nicht der Schluss gezogen werden, dass das Viertel insgesamt ärmer geworden ist.

Das zweite Problem ist ein politisches, nämlich die normative Beschriftung. Die Skala “arm – gefährdet – gut – reich” suggeriert recht eindeutig, dass reiche Viertel gut, arme Viertel schlecht sind. Dieser Kategorisierung fehlt nicht nur der Bezug zur Ausgangsfragestellung, i.e. die Spaltung der Stadt, sondern deutet sie auch darauf hin, dass die Politik danach streben sollte, arme Viertel zu bekämpfen und reiche Viertel zu fördern.

Aus dem amerikanischen Kontext sind Programme bekannt, in denen arme Haushalte in reichere Viertel umgesiedelt werden im Rahmen von Sozialwohnungsbaureduktionsmaßnahmen. Die wissenschaftliche Erkenntnis darüber, dass arme Haushalte besser dran sind, wenn sie nahe bei reichen Haushalten wohnen, als wenn sie nahe bei armen Haushalten wohnen ist allerdings bis jetzt sehr unklar. Im Gegenteil gibt es einige Studien, die die positiven Aspekte von Segregation aufzeigen. Eine andere Variante die Einkommenssegregation zu verringern wird in den Niederlanden seit Jahren versucht. Dort werden systematisch reichere Haushalte in ärmere Viertel gelockt, vor dem Argument dass sie “das Viertel” aufwerten. In der Realität führt die steigende Kaufkraft allerdings nicht nur zu einer Verbesserung der Einkaufs- und Wohnangebote in den Vierteln, sondern macht sie auch zunehmen unleistbar für ursprünglich ansässige, ärmere Haushalte. Eine dritte Variante, “schlechte”, arme Viertel zu verringern, wäre eine Stadt zu fördern, in der nur reiche Haushalte wohnen, arme Haushalte allerdings außerhalb, da sie ja Viertel zu “schlechten” Vierteln machen. Das, allerdings, würde wohl gänzlich der Idee einer ungespaltenen Stadt zuwiderlaufen.

Ein Ergebnis der Untersuchung scheint allerdings klar: die Armut in deutschen Städten nimmt zu. Die räumliche Manifestierung dieser Armut ist ein wichtiges Element. Der Kern ist allerdings die Frage, wie sozialpolitische Maßnahmen ausschauen können um Armut zu verringern. Ein rein räumlicher Fokus greift hier – wie mittlerweile aus unzähligen Studien bekannt – eindeutig zu kurz. Mit geeigneten Maßnahmen zur Verringerung von Armut löst sich auch die Frage von räumlicher Polarisierung – wenn sie denn existiert – und wenn sie denn tatsächlich ein Problem darstellt.

Der Link zu den Karten übrigens nochmal hier.

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Versammlung am Volkertplatz, 1020 Wien.

Samstag, 19. Jänner 2013, 16 Uhr

immer am 3. Samstag im Monat; “Die Scheiß Miete ist zu hoch Nr. 8” am Samstag, 16. Februar 2013, 16 Uhr Volkertplatz, 1020 Wien.

link: http://pizza.noblogs.org/post/2013/01/14/die-scheis-miete-ist-zu-hoch-nr-7-19-1-2013/

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Büro Friedrich von Borries / © Christoph T. Herrmann

Büro Friedrich von Borries
© Christoph T. Herrmann

Die Stadtgespräche sind eine monatliche Interviewreihe – entstanden aus Interviews die von Studierenden am Fachbereich Örtliche Raumplanung an der TU Wien geführt wurden. Die Stadtgespräche sollen zeigen wie Plannerinnen und Planer die Stadt und ihre Tätigkeit sehen, was sie sich wünschen und was sie sich von denen wünschen die ihnen eines Tages (nach)folgen werden.

Friedrich von Borries ist Architekt und lehrt Designtheorie und kuratorische Praxis an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. In seinem Berliner Projektbüro arbeitet er mit einem interdiziplinären Team an aktuellen Fragen der Gestaltung und wirtschaftlichen Entwicklung. Weiters hat er nach zahlreichen Fachbüchern 2011 bei Suhrkamp einen Roman veröffentlicht.

Friedrich von Borries spricht über seine Berufsauffassung als hinterfragenden Gestalter von Lebensraum der Spaß für „die Ideologie der Wohlfühlgesellschaft” hält. Städte könne man sich nicht wünschen und ob man sie entwickeln könnte sei höchst fraglich. Die politische Entität Stadt ist angeblich nicht mehr relevant – und am Ende würden in einer partizipatorischen Wohlstandsgesellschaft die Entscheidungen meist doch nach rein ökonomischen Prämissen getroffen. Die Vision scheint düster. Und doch gibt es Hoffnung: darin „nicht brav und lieb” zu sein, weil in der Mikropolitik Gestaltung möglich scheint, darin von anderen insbesondere aus anderen Kulturen zu lernen und schließlich überraschenderweise in Bad Sickingen.

Zukunft Stadt Friedrich von BorriesFriedrich von Borries ist heute im Rahmen der Reihe Zukunft Stadt” an der TU Wien zu Gast und spricht über:

Entwerfen zwischen Fiktion, Imagination und Pragmatismus

Do., 17.1.2013 – 19.00h – TU Wien – Hauptgebäude, Karlsplatz 13, 1040 Wien – HS 7

Was ist Ihr Arbeitsschwerpunkt und in welcher Rolle sehen Sie sich dabei?

Ich verstehe meine Rolle so, dass ich Fragen stelle, während die klassische Stadtplanung vorgibt schon Antworten zu haben.

Arbeitsschwerpunkt ist die Gestaltung von Lebensraum. Dazu zählt Stadt für den Großteil der Menschen. Ich bin auch Architekt, arbeite aber mit anderen Mitteln und Methoden, als man das vielleicht klassischerweise als Architekt oder Stadtplaner lernt.

Unsere Arbeitsmethodik wenden wir in unterschiedlichen Kontexten an. Für Frankfurt und Berlin entwickeln wir im Moment großmaßstäblichen Leitbilder, aber wir realisieren auch kleinmaßstäbliche, interventionistische Projekte und temporäre Installationen.

Dabei hinterfragen wir Übereinkünfte und gucken hinter die Kulissen und Gewohnheiten. So kommen wir zu unseren Lösungen. Ich würde diesen Weg eher als forschenden Blick und weniger als klassisches Entwerfen beschreiben.

Was ist Ihre Lieblingsstadt?

Die Frage finde ich langweilig, weil ich nicht weiß was eine Lieblingsstadt ist. Ich würde gerne mal nach Tokio reisen, weil ich da noch nie war. Deshalb ist Tokio eine Lieblingsstadt, weil ich dort gerne wäre, aber noch nicht war. Berlin ist eine Stadt, in der ich sehr gerne wohne, insofern könnte Berlin meine Lieblingsstadt sein. In Los Angeles habe ich sehr gerne gelebt, eine tolle Stadt. Und Hamburg ist natürlich eine Lieblingsstadt, da mache ich meine Lieblingsarbeit. Aber was ist nun meine Lieblingsstadt.

Bad Sikingen! Bad Sikingen, da war ich noch nie und Read More

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Foto: © Mike Grauer

Foto: © Mike Grauer

derive 50 Magazinpraesentation mit Reclaim YOUR Straße Speakers’ Corner Praterstern

10 x 5 min asphalttaugliche Speakers’ Corner Beitraege

Donnerstag, 17.01.2013, 19 Uhr, Wien Praterstern (Fluc Vorplatz), 1020 Wien

derive widmet seine 50. Ausgabe der „Strasse“ und laedt zur Feier des formidablen 50ers zum Speakers’ Corner am Praterstern mit 10 x 5 min Beitraegen voller Street-Credibility und asphalttauglicher Fabulierlust:

  1. Die Strasse, die Fussgaenger und die Stadtentwicklung. Strasse als Lebensraum.
    Guenter Emberger
  2. Can’t We All Just Get Along? How I Learned to Stop Worrying and Love Shared Space.
    Emilie Kleinszig + Joshua Grigsby.
  3. Ein Einkaufswagen deckt auf. Geschichten verborgener Mobilitaet.
    Philipp Wetzel.
  4. Jede 2. Straße autofrei! Einsparpotential Mobilitaet.
    Jutta Woertl-Goessler.
  5. Der Oberflaechenbelag schimmert pitoresk. Asphalttaugliche Gedankenabschweifungen zur weitraeumigen Umfahrung des Wirklichkeitskanals. Michael-Franz Woels.
  6. Die nutzergerechte Stadt. Autofreie Moeglichkeitsraume u.v.m.
    Christian Scheler.
  7. “… dass von denen taeglich nicht mehr draufgehen, ist eigentlich ein wunder!” Eine Lesung selektierter Online-Postings zum Konfliktthema Fahrrad.
    IG Fahrrad + Co.
  8. Neobiedermaier im Stuwerviertel. Von oeffentlichen Freiraeumen und privaten Hoehlen.
    Schwarze Hand.
  9. Einfallstrassen. Auf der Suche nach dem menschlichen Massstab.
    Daniel Dutkowski.
  10. Streetwise. Weisheiten auf der Straße.
    Mara Verlic, Justin Kadi, Roman Seidl & Johannes Suitner.

Für Heissgetraenke ist gesorgt!

link: www.derive.at

 

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Stadterforschung zum G3 Shopping Resort Gerasdorf, dem “Shopping-Center mit Wohlfühlfaktor” vor den Toren Wiens.
Treffpunkt: Samstag, 12.01.2013, 12:30 Uhr, Abfahrtsstelle des G3-Shuttlebus, Franz-Jonas-Platz, 1210 Wien (U6/S-Bahn Floridsdorf).

Ein letztes Einkaufszentrum wurde auf die grüne Wiese gebaut – das G3 Shopping Resort Gerasdorf. Fernab jeglicher städtischer Struktur, aber doch bei Wien. Zum Einkaufen aus der Stadt heraus zu fahren ist eigentlich schon pervers genug, aber beim Versuch, den Shuttlebus, die einzige zumutbare Alternative zum Auto, zu nehmen, kann der vollkommene Wahnsinn erlebt werden (wie kurz vor Weihnachten). Leute drängten, schubsten und schimpften, bis die Polizei kam und so viele Menschen aus dem Fahrzeug entfernte, dass dieses fahren konnte. Bis zuletzt blieben Menschen in der Türe des Reisebusses stehen. Familien wurden beinahe zerrissen: “Ich muss mitfahren, meine Frau ist da irgendwo hinten”. Die Dramatik war schon kaum noch zu steigern, als es auch noch zum verbalen Fight mit der Polizei kam.
Wenn du den raumplanerisch umgesetzten Shoppingwahn in Gerasdorf erleben möchtest, dann nimm an der Stadterforschung teil!

Auf dieser wird das Shoppingcenter und dessen Umgebung gemeinsam angesehen und das Projekt kritisch betrachtet – wenn das möglich ist und nicht alle in Kaufrausch geraten. Dabei wird neben Lage, Anbindung, Umfeld, verkehrlicher Organisation, Gestaltung des öffentlichen Raums, Architektur, Innengestaltung (Feng Shui!), Nutzung und dem Verhalten der Menschen auch der ökologische Aspekt zu erforschen sein: Das G3 gilt als Einkaufszentrum auf der grünen Wiese im Nirgendwo ironischerweise als umweltfreundlich – denn das green building besitzt unter anderem extra eingerichtete Brutplätze für die heimische Haubenlerche, überdachte Radstellplätze, geringe Betriebskosten, eine E-Bike-Ladestation, begrünte Parkplätze (mit Rasengittersteinen) und ein Konzept das auf Natur und Region Bezug nimmt. Dabei hat das G3 auch als erstes Einkaufszentrum in NÖ eine Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgreich durchlaufen.

Ein paar Fakten:
Das EKZ wurde am 18.10. letzten Jahres eröffnet. Es ist das fünftgrößte (und das größte in einer einzigen Bauphase errichtete) EKZ Österreichs und liegt nördlich von Wien an der Kreuzung der Nordautobahn, Wiener Außenringschnellstraße und der Brünner Straße (Nordausfahrt Wiens). G3 steht für die Dreiheit von Hornbach, Fachmarktzentrum und Einkaufszentrum, die gemeinsam das Shoppingresort ergeben. Der Name “Resort” soll dabei deutlich machen, dass die Kund_innen nicht nur als solche, sondern als Gäste empfangen werden – unter dem Motto “Shopping mit Wohlfühlfaktor”. Neben den in Wien bereits aus vielen anderen Shoppingcentern bekannten Geschäften gibt es im G3 auch den Frequenzbringer Primark – eine irische Diskonttextilkette.
Die Investitionssumme für das gesamte EKZ betrug 200 Mio. Euro, bei einer Verkaufsfläche von 70.000 m² und etwa 180 Geschäften werden 20.000 Besucher_innen pro Tag und ein Jahresumsatz von 200 Mio. Euro erwartet.

Treffpunkt:
Samstag, 12.01.2012, 12:30 Uhr, Abfahrtsstelle des G3-Shuttlebus, Franz-Jonas-Platz, 1210 Wien (U6/S-Bahn Floridsdorf).
Gemeinsame Fahrt mit dem ersten Shuttlebus ab 12:45 Uhr. (Aufgrund der verkürzten Intervalle an Samstagen wird nicht lange zu warten sein) Der Shuttlebus ist gratis. Die Abfahrtsstelle ist im Norden des Platzes, parallel zur Station der Straßenbahn 31, bei den Regionalbussen, zu finden (etwa gegenüber des Interspar). Interessant wird dabei auch die Strecke des Shuttlebusses entlang der suburbanen Brünner Straße sein (Zielgebiet des Stadtentwicklungsplanes).

Kontaktmöglichkeit bei Rückfragen: 069910343399.

Weitere Infos zum G3:
Offizielle Website: www.g3-shopping.at
Artikel im Wirtschaftsblatt: :: hier
Wikipedia: :: hier
Werbefilm: :: hier

Stadterforschungen: http://no-racism.net/thema/113/
Stadterforschungen in Wien und darüber hinaus sollen zur Selbstaneignung von (Stadt-)Geschichte dienen, zur Entwicklung eines kritischen Blicks auf Stadt(-entwicklungen, -planungen) beitragen. Aus verschiedenen Gründen interessante Orte gibt es ja genug. Also: bei Interesse kommen, und wenn wer was über die jeweiligen Orte weiß einfach erzählen.
Kontakt: stadterforschung (at) gmx.at

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Diskussionsveranstaltung der Fachschaft Raumplanung mit Brigitte Kratzwald und Alexander Hamedinger.

Donnerstag, 10. Jänner 2013, 18.30 Uhr,

Seminarraum 1/3, Operngasse 11, 3. Stock, 1040 Wien

Brigitte Kratzwald ist Sozialwissenschaftlerin, lebt in Graz und ist seit mehreren Jahren als Vortragende, Autorin und Veranstaltungsorganisatorin zum Thema Commons tätig. Sie schrieb unter anderem gemeinsam mit Andreas Exner das Buch „Solidarische Ökonomie und Commons“ (Mandelbaum 2012). Weiters betreibt sie die Webseite www.commons.atund blogt auf kratzwald.wordpress.com und gemeingueter.de.

Alexander Hamedinger arbeitet am Fachbereich Soziologie der TU Wien und beschäftigt sich seit längerer Zeit mit dem Thema Commons und öffentlichem Raum.

Die Diskussionsveranstaltung soll theoretische Inputs zu Commons allgemein und speziell zum Verständnis von Gemeingütern im städtischen Raum bringen. Sie ist Teil des Schwerpunkts „Commons“ der Fachschaft Raumplanung.

Wir freuen uns auf alle Interessierten!

Fachschaft Raumplanung: http://www.fsraum.at/
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Im Rahmen des Rigorosums von Katharina Söpper zum Dissertationsthema “Mobilizing more than Governmental Support for Distressed Neighborhoods”, verfasst an der TU Wien und der San Diego State University findet am Dienstag, 8.1.2012 ein Gastvortrag von Prof. Roger Caves an der TU Wien statt.

Current Issues in City Planning in the US

Dienstag, 8.1.2012, 18:00, HS 7 Schütte-Lihotzky

Roger Caves ist Professor für Stadtplanung an der San Diego State University und ausgewiesener Spezialist für Stadtplanung in den Vereinigten Staaten. Kürzlich von ihm erschienen sind Planning in the USA, 2d and 3rd editions (2003, 2008) und Encyclopedia of the City (2005).

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Wohin geht die Stadtforschung im 21. Jahrhundert? Was sind die Themen mit denen sich Stadtforschung auseinandersetzen wird? Was sind neue Perspektiven und mögliche neue Forschungsstränge? Die Universität Manchester hat vor einigen Wochen ein interessantes Symposium mit drei führenden Stadtforscher_innen zu diesem Thema veranstaltet : Andrew Merrifield, Edward Soja und Maria Kaika. Erik Swyngedouw gibt eine Einführung.

Der theurbanfix-Blog hat jetzt einen Videomitschnitt des Symposiums hier online gestellt.

Ebenfalls in diesem Post findet sich ein Video der Antrittsvorlesung von Neil Brenner in Harvard vor knapp einem Jahr, in der er seine Perspektive auf die Zukunft der Stadtforschung darstellt.

Und schließlich auch zum Thema gibt es eine neue Sammlung von Podcasts der UCL Bartlett School of Planning mit Mitschnitten von Urban Studies Vorträgen des Jahres 2012, unter anderem mit Vorträgen von Peter Marcuse, Patrick LeGales, Jennifer Robinson und Michael Edwards. Der Link ist hier.

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