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Tag "Right to the City"

Leerstand ist konstruierter und somit umkämpfter Raum. Im Zuge der Neoliberalisierung von Stadtentwicklung eröffnet Leerstand potentielle Handlungsspielräume, welche als urbane Commons zur Resilienzsteigerung der Bevölkerung beitragen können. Gastautorin Judith Mühlbacher analysiert die Leerstandsnutzung und -politik in Wien historisch, kritisch und praktisch am Beispiel des Schwendermarktes im 15. Wiener Gemeindebezirk und legt Ansprüche urbaner Transformationsbewegungen an die Politik dar.

Leerstand ist ein konstruierter Raum und als solcher umkämpft. Eingebettet in komplexe politische, soziale und ökonomische Machtverhältnisse kommen dabei unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse zum Tragen. Dieser Blogpost thematisiert die spezifische Lage der Leerstandspolitik und -nutzung in Wien am Beispiel des Schwendermarktes im 15. Wiener Gemeindebezirk. Im Zentrum stehen dabei die Fragen nach beteiligten Akteur_innen in diesem umkämpften Raum und deren politische Absicherung in einem neoliberalen Wirtschaftssystem, welches zunehmend von der Kommodifizierung von Leerstand und der Raumgestaltung nach neoliberaler Logik geprägt ist.

Dazu werden Leerstand und seine Nutzung kurz definiert. Dann soll auf die spezifische historisch bedingte Lage in Wien eingegangen werden. Die aktuelle Situation auf dem Schwendermarkt wird unter Hinzuziehung der Theorien urbaner Commons sowie Resilienz beschrieben. Basierend auf diesem praktischen Beispiel wird die derzeitige Leerstandpolitik Wiens kritisch in den Blick genommen und Bedürfnisse urbaner Transformationsbewegungen dargelegt.  Read More

1 comment
  1. Sara says: 13.04.201720.47
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Am Mittwoch, dem 4. März, findet im Amerlinghaus (Wien 7, Stiftgasse 8) von 19 bis 21 Uhr das nächste Vernetzungstreffen des Bündnisses „Recht auf Stadt“ statt.

Neben der Vernetzung steht nochmals die Wien-Wahl 2015 im Mittelpunkt, die wir als Bezugsrahmen produktiv nützen möchten, um  „Recht auf Stadt“ mehr Öffentlichkeit zu verschaffen. Diesmal arbeiten wir konkrete Schritte in Kleingruppen aus.
Ziele sind: 
Themen und den Stadtraum zu besetzten
einen gemeinsamen Nenner von Positionen zu finden
unterschiedliche Aktions- und Mobilisierungsformen zu initiieren

. Eingeladen sind alle, die Lust auf gemeinsames Agieren und Planen haben!
Facebook-Veranstaltung unter:
https://www.facebook.com/events/1539667769640456/?ref=5
Wir freuen uns auf eure Inputs und auf euer Kommen!

Unter dem Slogan „Recht auf Stadt“ haben sich in den letzten 10 Jahren rund um den Globus vielfältige Bündnisse formiert. Wir sind Teil dieser Bewegung. Wir setzen uns für ein Recht auf Stadt für alle ein, und unter „alle“ verstehen wir in erster Linie diejenigen, denen dieses Recht heute verwehrt wird. Denen das „Recht auf Stadt“ und somit das Recht auf aktive und gleichberechtigte Teilhabe und Gestaltung der urbanen Gesellschaft verwehrt wird, weil sie zu arm sind, weil sie die falsche Staatsbürgerschaft haben, weil keine Lobby für sie eintritt und weil sie keine Macht haben. Aber auch deswegen verwehrt wird, weil sie andere Vorstellungen für ihr Leben haben als sie die Norm vorsieht. Weil sie beispielsweise keine Lust haben, sich an den Wertvorstellungen der Konsumgesellschaft zu orientieren oder für sie das Streben nach Lohnarbeit keine Tugend ist. Weil sie es noch nicht verlernt oder aufgegeben haben, sich eine andere urbane Zukunft auszumalen und weil sie genau deswegen in dieser Stadt gemeinsam etwas ändern wollen.
http://rechtaufstadt.at/

Aussendung des Recht-Auf-Stadt Netzwerks

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Samstag, 16. November 2013, Treffpunkt 12.30 Uhr mit Fahrrad beim Fluc/ Praterstern, 1020 Wien, oder 14.30 Uhr ohne Rad Endstation U2 Seestadt.

Stadterforschung per Fahrrad und zu Fuß zur neuen WU, ins Viertel Zwei und zu Fuß und per Rad in den 22. Bezirk, Stadtentwicklungsgebiet Aspern “Seestadt”.

 

Treffpunkt mit Fahrrad um 12.30 beim Fluc/Praterstern. Weil alles am Weg liegt wird die Route der Stadterforschung (mit Fahrrad) ausgehend vom Praterstern zum Campus der neuen Wirtschaftsuniversität Wien, zum Viertel Zwei, vorbei am Sportclub Hakoah, dem neu geplanten Projekte „Marina City“ und der ÖGB-Zentrale führen. Ab der U2-Station Donaumarina geht’s per U-Bahn bis zur Endstation Seestadt. Um etwa 14.30 sollten die Radler_innen in der Seestadt ankommen, für Leute, die zu Fuß unterwegs sein wollen, ist dies der allgemeine Treffpunkt

Einige Infos zur “Seestadt” Aspern

2008 wurde das Stadtentwicklungsgebiet Flugfeld Aspern “gebrandet” und heißt seitdem “Die Seestadt”. Ein neuer “lebenswerter, attraktiver, multifunktionaler, moderner, innovativer Stadtteil mit überregionaler Bedeutung” soll dort in den nächsten Jahren entstehen. Die Linie U2 wurde im Oktober 2013 dorthin verlängert, ein innovatives Konzept für die Stadterweiterung Wiens soll umgesetzt werden. Die “Wien 3420 Aspern Development AG” versucht über diverse Veranstaltungen symbolisches und kulturelles Kapital auf die Brache zu holen. Damit wird bezweckt, keinen leblosen Stadtteil am Rande von Wien zu schaffen, sondern Menschen von Beginn an in die Entwicklung und Gestaltung einzubeziehen. Ob das gelingen wird, wird sich zeigen.

Mittlerweile sind einige Bauprojekte voll im Gang. Ein Infopoint in Form eines Containerdorfes und das sogenannte Flederhaus stehen am ehemaligen Flugfeld und sollen die Bürger_innen über die Baumaßnahmen informieren. Als erstes Gebäude wurde im Oktober 2012 das Technologiezentrum “Aspern IQ” eröffnet. Ansonsten: eine großteils weite, freie Fläche, auf der noch die Reste des früheren Flughafen Aspern zu erkennen sind. Und ein interessanter Ort, wenn man bedenkt, welche stadtplanerischen, verkehrstechnischen, umweltpolitischen und sozialen Folgen dieses Projekt haben wird.

Am süd-östlichen Ende der „Seestadt“ steht der Wagenplatz Gänseblümchen. Nachdem bis September 2013 nicht klar war, ob der Wagenplatz weiter dort stehen kann, ist der Aufenthalt mittlerweile mittelfristig gesichert.

Zur Geschichte von Aspern:

In Aspern wurde nach österreichischer Geschichtsschreibung dem Heer Napoleons im Mai 1809 die erste Niederlage zugefügt, in französischer Geschichtsschreibung wird dieser vermeintliche österreichische Sieg jedoch negiert. Zeug_innen dieser Schlacht sind heute noch der “Löwe von Aspern”, ein Steinmonument am Asperner “Siegesplatz”, unweit des Asperner “Heldenplatzes”.

Der Flughafen Aspern wurde 1912 eröffnet und war zu dieser Zeit der größte und modernste Europas. Im II. Weltkrieg war das Flugfeld Aspern Luftwaffenstützpunkt für die Nazi-Flieger. 1945 wurde der Flugplatz von der Roten Armee besetzt und die sowjetische Kommandatur in Aspern eingerichtet. In den 60er und 70er Jahren wurde das Flugfeld auch als Autorennplatz benutzt. 1977 wurde der Flughafen Aspern aufgelassen da Schwechat wichtiger wurde. Seit 1982 befindet sich dort das Werk von General Motors Austria.

Im Südosten des ehemaligen Flugfeldes befindet sich der sogenannte Holocaust-Gedächtniswald. 1987 wurde dort zum Gedenken an die während der Nazi-Diktatur ermordeten jüdischen Wienerinnen und Wiener für jedes Opfer ein Baum gepflanzt.

In Aspern befand sich von September 1944 bis April 1945 ein Zwangsarbeitslager für ungarische Jüd_innen. Es ist jedoch bis heute nicht klar, wo genau sich dieses Lager befand.

Stadterforschungen in Wien und darüber hinaus sollen zur Selbstaneignung von (Stadt-)Geschichte dienen, zur Entwicklung eines kritischen Blicks auf Stadt(-entwicklungen, -planungen) beitragen. Aus verschiedenen Gründen interessante Orte gibt es ja genug. Also: bei Interesse kommen, und wenn wer was über die jeweiligen Orte weiß einfach erzählen.

Kontakt: stadterforschung (at) gmx.at

links:

Stadterforschungen: http://no-racism.net/thema/113

Wagenplatz Gänseblümchen: http://gaensebluemchen.wagenplatz.at

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  1. Klara says: 20.12.201311.21

    Ich finde es sehr spannend zu lesen, was war, wo etwas entsteht, welche Geschichte dahinter steckt! Ich bin etwas zwiespältig was Aspern betrifft, ich habe kurz überlegt, ob ich mich dort um eine Wohnung umschauen soll, habe auch von diese Studentenwohnungen/Containern aus Holz erfahren. Einerseits finde ich es recht spannend, ich glaube es hat dort auch einige provisionsfreie Immobilien gegeben, um es schmackhafter wird dorthinzu ziehen. Ich bin gespannt, wie sich dieser Stadtteil entwickelt!
    Lg Klara

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Werbefahrt mit Präsentationen!

Stadterforschung per Rad und zu Fuß zu selbstorganisierten und unabhängigen Archiven und Bibliotheken in Wien. Treffpunkt: Samstag, 22.06.2013, 13.30 Uhr bibliothEKH, Wielandgasse 2 – 4, 1100 Wien.

Folgende Archive und Bibliotheken werden im Rahmen der Stadterforschung besucht (Einstieg bei jeder Zwischenstation möglich, es wird eine Fahrrad- und eine FußgängerInnen-Gruppe geben):

Bring your own Bike/Heizdecke/Wanderschuhe!

 

13.30 Uhr

bibliothEKH

Wielandgasse 2 – 4, 1100 Wien

15 Uhr

Bibliothek von unten, Archiv der sozialen Bewegungen

Wipplingerstrasse 23, 1010 Wien

16.30 Uhr

Anarchistische Bibliothek & Archiv

Lerchenfelderstraße 124 – 126/3/1A, 1080 Wien

18 Uhr

Archiv der Wiener Punkbewegung

Johnstrasse 45, 1150 Wien

 Über die Initiative Radikal hat Bestand

„Wir verstehen uns als Kooperation selbstorganisierter, unabhängiger Archive und Bibliotheken in Wien – hervorgegangen aus privaten beziehungsweise projektbezogenen Sammlungen und dem Wunsch nach Kollektivierung, sowie der Notwendigkeit, die eigene Geschichte zu dokumentieren und zugänglich zu machen.

Utopien einer befreiten Gesellschaft, die Versuche ihrer Umsetzung und vielfältige Formen des Protestes und Widerstands sollen verbreitet und reflektiert werden statt in Vergessenheit zu geraten. Ihre Darstellung und Aufarbeitung darf nicht den Herrschenden überlassen werden. Denn eine kritische Erinnerung sowie die Verbindung von Gewesenem und Aktuellem vermag anzuregen, Perspektiven zu vermitteln und Kraft für soziale und politische Kämpfe zu geben.

Archive und Bibliotheken sind mehr als Räume reinen Wissenserwerbs. Für uns sind sie genauso Orte, um zu kommunizieren und zu diskutieren, Infos auszutauschen, zu schmökern, neue Zusammenhänge zu entdecken, Zeit miteinander zu verbringen…
Die Freihandaufstellung macht die Bücher unmittelbar zugänglich, aber auch Flugblätter, Plakate und Zeitschriftenartikel, die sonst nirgendwo erhältlich sind, lassen sich mit persönlicher Beratung in den Archiven aufstöbern.

Auf der Website http://radikalhatbestand.noblogs.org findet ihr Beschreibungen der einzelnen Projekte, Öffnungszeiten und Adressen: Kommt vorbei!“

Stadterforschungen in Wien und darüber hinaus sollen zur Selbstaneignung von (Stadt-)Geschichte dienen, zur Entwicklung eines kritischen Blicks auf Stadt(-entwicklungen, -planungen) beitragen. Aus verschiedenen Gründen interessante Orte gibt es ja genug. Also: bei Interesse kommen, und wenn wer was über die jeweiligen Orte weiß einfach erzählen.
Kontakt: stadterforschung (at) gmx.at

Recht auf Stadt!

Links und Kontakt:

BibliothEKH: bibliothEKH@riseup.net

Bibliothek von unten: info@bibliothek-vonunten.org, www.biblioweb.at/bibliothekvonunten

Archiv der sozialen Bewegungen: archiv.wien@gmx.at

Anarchistische Bibliothek & Archiv: info@a-bibiothek.org, www.a-bibliothek.org

Archiv der Wiener Punkbewegung: archivderwienerpunkbewegung@riseup.net

Stadterforschungen: http://no-racism.net/thema/113/

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Samstag, 20. April 2013, Treffpunkt 12.30 Uhr beim Fluc/ Praterstern, 1020 Wien.
Stadterforschung per Fahrrad in den 22. Bezirk, Stadtentwicklungsgebiet Aspern “Seestadt” und Wagenplatz Gänseblümchen.

Weil alles am Weg liegt wird die Route der Stadterforschung (mit Fahrrad) ausgehend vom Praterstern vorbei an der Baustelle der neuen Wirtschaftsuniversität Wien, zum Viertel Zwei, vorbei am Sportclub Hakoah und der ÖGB-Zentrale, über die Praterbrücke und entlang der U2 in Stadlau führen.

Der Wagenplatz Gänseblümchen

Dem Wagenplatz Gänseblümchen wurde im Juli 2012 ein Grundstück in der “Seestadt” Aspern in Aussicht gestellt, dann aber doch verweigert. Die Seestadt argumentierte mit zu wenig Platz und Sicherheitsproblemen. Nach einem Monat Demonstration am Straßenrand und kritischer Nachfrage von einigen Medien, wurde dem Wagenplatz für zwei Monate (August bis September 2012) eine kleine Fläche zur Verfügung gestellt. Diese Zeit sollte genutzt werden um in Kooperation mit der Stadt eine längerfristige Lösung für den Wagenplatz zu finden.

Daraus wurde schlussendlich nichts und die Gruppe musste zurück auf die Straße (Oktober bis Dezember 2012) um von dort wieder auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Nach zähen Verhandlungen und weiteren Anfragen verschiedener Medien wurde erneut kurzfristig die Überwinterung in der Seestadt ermöglicht. In Gesprächen hieß es anfänglich sogar, dass eine längerfristige Lösung in der Seestadt ermöglicht werden könnte.

Am 05. April 2013 musste der Wagenplatz nun erneut seinen Standort wechseln. Aus der Presseaussendung:

“Ganz offensichtlich sind Menschen, die in Wagen leben, in Österreich und insbesondere in Wien immer noch nicht wünschenswert.

Für die Entwicklungsgesellschaften ist der Wagenplatz eine Gefahr, das Bild einer sauberen und modernen Stadt zu stören. Dabei wird das Top-Down-Planungskonzept auch von vielen Fachleuten als zu steril kritisiert. Bottom-Up organisierte Inseln, wie der Wagenplatz Gänseblümchen, wären ideal um auch natürliche Stadtentwicklungsprozesse anzustoßen.

Hier will eine private Gesellschaft, die 3420 Aspern Development AG, beim Stadtbauen lieber ungestört bleiben: Rechtlich seien sie den Gänseblümchen gegenüber zu nichts verpflichtet, heißt es. Die private Besitzerin, die Wirtschaftsagentur Wien, brauche keine Argumente. Wer trotzdem welche hören möchte bekommt zu hören ‘Hier ist kein Platz’ oder ‘Es ist viel zu gefährlich’.

Dabei präsentiert sich hier ein ganz anderes Bild: Freie Flächen gibt es in der Seestadt ohne Ende, das Entwicklungsgebiet umfasst 240 Hektar Acker, von dem derzeit nur ein kleiner Anteil bebaut wird. Die Seestadt versucht sich daher als offenes und partizipatives Projekt darzustellen, um die Aufmerksamkeit und Akzeptanz der Wiener Seele zu erreichen. Wer an dieser Entwicklung aktiv mitmischen will, wird aber vor die Tür gesetzt.

‘Von allen Seiten bekommen wir zu hören wie schade es sei, dass wir es bei der Platzsuche so schwer haben; doch was nützt uns Sympathie und Nettigkeit wenn uns die Verantwortlichen immer wieder auf die Straße setzen?’ so eine Bewohnerin des Platzes.

Wir fordern die Seestadt Aspern auf ihrer Verantwortung als größtes Stadtentwicklungsprojekt nachzukommen, den Wagenplatz Gänseblümchen auf ihrem 240 ha Grundstück zu belassen und damit selbst organisierten Strukturen die Möglichkeit zu geben aktiv an der Stadtentwicklung teilzunehmen.”

Die “Seestadt” Aspern

2008 wurde das Stadtentwicklungsgebiet Flugfeld Aspern “gebrandet” und heißt nun “Die Seestadt”. Ein neuer “lebenswerter, attraktiver, multifunktionaler, moderner, innovativer Stadtteil mit überregionaler Bedeutung” soll dort in den nächsten Jahren entstehen. Die Linie U2 wird im Oktober 2013 dorthin verlängert, ein innovatives Konzept für die Stadterweiterung Wiens soll umgesetzt werden. Mittlerweile versucht die “Wien 3420 Aspern Development AG” über diverse Veranstaltungen symbolisches und kulturelles Kapital auf die Brache zu holen. Damit soll bezweckt werden, keinen leblosen Stadtteil am Rand von Wien zu schaffen, sondern Menschen von Beginn an in die Entwicklung und Gestaltung einzubeziehen. Ob das gelingen wird, wird sich zeigen.

Viel ist vom neuen Stadtteil bis jetzt nicht zu sehen. Ein Infopoint in Form eines Containerdorfes und das sogenannte Flederhaus stehen am ehemaligen Flugfeld und sollen die Bürger_innen über die geplanten Baumaßnahmen informieren. Die U2-Endstation ist beinahe fertig, der zur “Seestadt” gehörende namensgebende künstliche See spiegelt ruhig vor sich hin. Als erstes Gebäude wurde im Oktober 2012 das Technologiezentrum “Aspern IQ” eröffnet. Ansonsten: eine weite, freie Fläche, auf der noch die Reste des früheren Flughafen Aspern zu erkennen sind. Aber doch ein interessanter Ort, wenn man bedenkt, welche stadtplanerischen, verkehrstechnischen, umweltpolitischen und sozialen Folgen dieses Projekt haben wird.

Zur Geschichte von Aspern:

In Aspern wurde nach österreichischer Geschichtsschreibung dem Heer Napoleons im Mai 1809 die erste Niederlage zugefügt, in französischer Geschichtsschreibung wird dieser vermeintliche österreichische Sieg jedoch negiert. Zeug_innen dieser Schlacht sind heute noch der “Löwe von Aspern”, ein Steinmonument am Asperner “Siegesplatz”, unweit des Asperner “Heldenplatzes”.

Der Flughafen Aspern wurde 1912 eröffnet und war zu dieser Zeit der größte und modernste Europas. Im II. Weltkrieg war das Flugfeld Aspern Luftwaffenstützpunkt für die Nazi-Flieger. 1945 wurde der Flugplatz von der Roten Armee besetzt und die sowjetische Kommandatur in Aspern eingerichtet. In den 60er und 70er Jahren wurde das Flugfeld auch als Autorennplatz benutzt. 1977 wurde der Flughafen Aspern aufgelassen da Schwechat wichtiger wurde. Seit 1982 befindet sich dort das Werk von General Motors Austria.

Im Südosten des ehemaligen Flugfeldes befindet sich der sogenannte Holocaust-Gedächtniswald. 1987 wurde dort zum Gedenken an die während der Nazi-Diktatur ermordeten jüdischen Wienerinnen und Wiener für jedes Opfer ein Baum gepflanzt.

In Aspern befand sich von September 1944 bis April 1945 ein Zwangsarbeitslager für ungarische Jüd_innen. Es ist jedoch bis heute nicht klar, wo genau sich dieses Lager befand.

Stadterforschungen in Wien und darüber hinaus sollen zur Selbstaneignung von (Stadt-)Geschichte dienen, zur Entwicklung eines kritischen Blicks auf Stadt(-entwicklungen, -planungen) beitragen. Aus verschiedenen Gründen interessante Orte gibt es ja genug. Also: bei Interesse kommen, und wenn wer was über die jeweiligen Orte weiß einfach erzählen.
Kontakt: stadterforschung (at) gmx.at

links:
Wagenplatz Gänseblümchen: http://gaensebluemchen.wagenplatz.at
Stadterforschungen: http://no-racism.net/thema/113/

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Ilija Trojanow lädt zur Schule der der Intellektuellen Selbstverteidigung. Am 2.Oktober zum Thema Recht auf Stadt:

“Recht auf Stadt” steht für die Summe von Projekten, Bewegungen oder Ideen, die sich gegen das Zurückdrängen partizipativer Stadtplanung zugunsten der Verwertungsinteressen von Großinvestoren aus der Bau- und Finanzbranche wehren und sich mit dem Ausschluss unerwünschter sozialer Gruppen aus den Zentren der Städte auseinandersetzen. Sie setzen sich für bezahlbaren Wohnraum, nichtkommerzielle Freieräume, eine neue demokratische Stadtplanung und die Erhaltung von öffentlichen Grünflächen ein. Und sie bestreiten, dass die angestrebte flächendeckende Kontrolle des öffentlichen Raums (durch Überwachungkameras u.a.) eine notwendige Reaktion auf das Unsicherheitsgefühl vieler Menschen ins der Stadt ist. Im Rahmen des Abends wird auch dei Ausstellung WELTWEITWARTEN von Mario Lang eröffnet.
Gäste: Sabine Gretner, Roman Seidl, u.a.
http://www.aktionsradius.at/gaussplatzelf/2012/10/aktionsradius_sept-okt2012jpg_page5.jpg

Di. 2.10.2012 19.30 – Aktionsradius Wien – Gaußplatz 11

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*English version follows below*

Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien

Podium:
Britta Grell (INURA Berlin)
Anna Hirschmann (Pizzeria Mühlfeldgasse)
Philipp Klaus (INURA Zürich)
Bettina Köhler (INURA Wien)
Lukas Tockner (Arbeiterkammer)

Moderation: Justin Kadi (INURA Wien)

Die Stadtpolitik Wiens stellt sich gerne als im internationalen Vergleich „anders“ dar. Verwiesen wird unter anderem auf sozialpolitische Errungenschaften des „Roten Wien“, auf den Bestand an “Gemeindebauten”, auf die funktionierende öffentliche Infrastruktur, auf eine vergleichsweise geringere soziale Fragmentierung und auf die “hohe Lebensqualität“. Zugleich folgt die stadtpolitische Ausrichtung Wiens schon längst auch einem „neuen metropolitanen Mainstream“. Wie in vielen anderen Städten werden die Rolle des Standortwettbewerbs betont, bauliche Großprojekte und innerstädtische Räume für Konsum gefördert, „gehobenes Wohnen“ und Immobilienspekulation erschlossen, sowie sozialräumliche Konflikte zunehmend auch mit sicherheitspolitischen anstelle von sozialpolitischen Maßnahmen bearbeitet. Und nicht erst seit der jüngsten Krise sind zunehmende Verdrängungsprozesse, wachsende Wohnungsnot und sozialräumliche Polarisierung sowie die Präkarisierung von städtischen Lebensverhältnissen beobachtbar. Die Frage nach dem Zugang zu städtischen Räumen für unterschiedliche soziale Gruppen wird inzwischen wieder existentieller und konfliktiver thematisiert. Im Rahmen der Veranstaltung werden aktuelle stadtpolitische Entwicklungen sowie Ansatzpunkte unterschiedlicher AkteurInnen diskutiert.

http://inuravienna.bplaced.net/wordpress/?page_id=35

Als Pre-Opening im Rahmen des urbanize-Festival
http://urbanize.at/new-metropolitan-mainstream/

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Neuordnungen des Städtischen hat Andrej Holms Vortrag von letzter Woche am Berner Recht auf Stadt-Kongress oder dem was doch noch stattfand veröffentlicht.

Er spricht über die Geschichte der Bewegung, seine Eindrücke von der Berner Forschungswerkstatt der Kritischen GeographInnen, und  der Entwicklung von Konzepten der Kommodifizierung des Urbanen und der unternehmerischen Stadt zur gespaltenen Stadt.

Laut Holm führen im Klima des “post-politischen” gerade “linkere” Stadtregierungen dazu, dass sich Recht auf Stadt-Bewegungen gründen. Außer in Düsseldorf waren zum Zeitpunkt der Gründung immer die Grünen oder die SPD in der Stadtregierung. Die Ursache sieht er in einem dann vorhandenen Vakuum für Bündnispartner von Bewegungen an Bündnispartnern in der Stadtpolitik.

Wo ist die in Wien? Gibt es zu wenige Konflikte für Bewegungen? Sind die Bewegungen eher bürgerlich – wie etwa die BürgerInneninitative gegen die Verbauung der Steinhofgründe? Ist die Stadtregierung im Sinne allumfassender sozialdemokratischer Hegemonie gar ein Bündnispartner gegen die Stadtregierung? Oder die gute alte Formel: Bern brennt, Wien pennt?

Die Hinweise auf Karten und Grafiken sind leider ein wenig herausfordernd bei einer Tonaufnahme.

http://www.neuordnungen.info/2012/09/11/vortrag-recht-auf-stadt/

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Das rageo-Kollektiv veranstaltet von 3. bis 6. September eine Forschungswerkstatt und möchte:

zur FreiRaumSchaffung aufrufen, um aktiv(istisch)e Stadt-(Land)erkundungen durchzuführen, für Austausch und Reflektion über Widerstand gegen alle Formen der Ausbeutung, und – dies primär – die kollektive Erarbeitung von Verständnis und radikaler Praxis für und gegen die gegenwärtigen (Geo-)Polit(ökonom)ischen Geschehnisse [sorgen].

http://rageo.twoday.net/stories/97016215/

Der Recht auf Stadt Kongress, der ursprünglich hätte im Anschluss stattfinden wurde abgesagt.

Die reguläre Anmeldefrist endet übrigens heute.

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