Einkommens-entwicklung in Wien – Anzeichen steigender sozial-räumlicher Polarisierung

Sozial-räumliche Polarisierung bezeichnet die zunehmende Auseinanderentwicklung unterschiedlicher Viertel in einer Stadt entlang sozioökonomischer Merkmale, wie z.B. Bildung, Stellung im Beruf oder Einkommen. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit letzterem, i.e. der Polarisierung nach Einkommen.

Einkommensbezogene sozial-räumliche Polarisierung hat in vielen westlichen Städten seit den 1970er Jahren zugenommen. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Globalisierung und die Restrukturierung von städtischen Arbeitsmärkten hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft mit zunehmend auseinanderdriftenden Einkommen spielt eine Rolle. Anders gesagt, veränderte Strukturen des Arbeitsmarkts führen dazu, dass die Einkommen reicherer Haushalte zunehmend schneller wachsen als jene von ärmeren Haushalten. Ein anderer wichtiger Faktor betrifft den Wohnungsmarkt. Deregulierung und Kapitalisierung städtischer Wohnungsmärkte verstärkt sozial-räumliche Polarisierung. Mit dem zunehmenden Rückzug von Mietrechsregulierungen und sozialem Wohnbau einerseits und der steigenden Investition in attraktive Nachbarschaften andererseits, übersetzen sich soziale Polarisierungstendenzen zunehmend in räumliche Strukturen. Vereinfacht gesagt:Es gibt zunehmend attraktive Nachbarschaften mit hohem Wohnwert, die von reicheren Haushalten nachgefragt werden, und ärmere Haushalte, die sich das Wohnen in diesen Nachbarschaften immer weniger leisten können, bzw. aufgrund von Deregulierung weniger gut vor Marktkräften geschützt sind.
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Agenda Austria: Ein perfider Angriff auf soziale Gerechtigkeit am österreichischen Wohnungsmarkt

Ein neuer Tag, ein neuer Zeitungsartikel zu Wohnen in Österreich. Heute stammt er aus der Zeitung Die Presse und lässt mit der folgenden Überschrift aufhorchen: „Freier Wohnungsmarkt würde Mieten senken„. Der Kern des Artikels: Eine neue Studie belege, dass es eine optimale Lösung für die derzeitigen Wohnungsprobleme in Österreich gäbe. Der Schlüssel dazu? Eine Deregulierung des Wohnungsmarkts. Sie würde dazu führen, dass Investitionen steigen und damit auf die lange Dauer  auch die Mieten sinken, da sich Angebot und Nachfrage einpendeln. Anders formuliert: Investitionen sähen – soziale Gerechtigkeit ernten. Gehts der Wirtschaft gut, gehts uns allen gut.
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Workshop zum Schubhaftzentrum Vordernberg

17. Januar 201419:00-19:00

Die Planung und der Betrieb des Schubhaftszentrums Vordernberg hat eine Kontroverse ausgelöst. So waren im Dezember von Seiten der Gebäudelehre an der Architekturfalkultät der TU Wien die Architekten des Projekts zu einer Projektvorstellung geladen.

Die Aussagen der Architekten sind wohl eher von eigenwilliger Naivität gekennzeichnet. So meinten sie etwa in einem Standard Interview sie wollten Ihr Projekt nicht mit einem Gefängnis verglichen sehen. Der Kreativität sind da scheinbar keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht sich seine Welt schönzureden.

Diesen Freitag finde nun im Mobilen Stadraumlabor ein Workshop zum Thema mit Dokumentarfilm, Plänen und weiteren Unterlagen statt.

Fr 17.1.2014 – ab 18.00
Mobiles Stadtraumlabor aus.büxen – Resselpark – 1040 Wien

https://www.facebook.com/events/413634198739881/?ref_newsfeed_story_type=regular

Stadterforschung 32 – Neue WU, Viertel Zwei, ‚Seestadt‘ Aspern – 16.11.2013

16. November 201312:30-16:00

Samstag, 16. November 2013, Treffpunkt 12.30 Uhr mit Fahrrad beim Fluc/ Praterstern, 1020 Wien, oder 14.30 Uhr ohne Rad Endstation U2 Seestadt.

Stadterforschung per Fahrrad und zu Fuß zur neuen WU, ins Viertel Zwei und zu Fuß und per Rad in den 22. Bezirk, Stadtentwicklungsgebiet Aspern „Seestadt“.

 

Treffpunkt mit Fahrrad um 12.30 beim Fluc/Praterstern. Weil alles am Weg liegt wird die Route der Stadterforschung (mit Fahrrad) ausgehend vom Praterstern zum Campus der neuen Wirtschaftsuniversität Wien, zum Viertel Zwei, vorbei am Sportclub Hakoah, dem neu geplanten Projekte „Marina City“ und der ÖGB-Zentrale führen. Ab der U2-Station Donaumarina geht’s per U-Bahn bis zur Endstation Seestadt. Um etwa 14.30 sollten die Radler_innen in der Seestadt ankommen, für Leute, die zu Fuß unterwegs sein wollen, ist dies der allgemeine Treffpunkt

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Wohnen in Wien – Einblicke ins Verborgene: Teil 2 Obdachlosigkeit

Die Serie “Wohnen in Wien – Einblick ins Verborgene” wirft einen genaueren Blick auf unterschiedliche Dimensionen der derzeitigen Wohnungsprobleme in Österreichs Haupstadt. Während sich Teil 1 der Serie, den es hier, nachzulesen gibt, mit dem Thema Delogierungen beschäftigt hat, geht es heute in Teil 2 um das Thema Obdachlosigkeit.

Johannes Puchleitner hat sich mit Mag. Markus Reiter, Leiter des ‘neunerhaus’ getroffen. Das neunerhaus ist eine Sozialorgansiation mit Sitz in Margareten, die obdachlosen Menschen unkompliziert Zugang zu Unterkunft verschafft, um damit ein selbstbestimmtes und menschenwürdiges Wohnen zu ermöglichen.
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Vortragsreihe: Erinnerungsorte in Bewegung

21. Oktober 201318:00-18:00
28. Oktober 201319:00-19:00
4. November 201319:00-19:00
11. November 201319:00-19:00
25. November 201319:00-19:00
2. Dezember 201319:00-19:00
16. Dezember 201319:00-19:00
© Cathrine Stukhard

© Cathrine Stukhard

Die Fakultät für Architektur und Raumplanung der TU Wien (Fachbereich Örtliche Raumplanung und Institut für Kunst und Gestaltung 1) veranstltet gemeinsam mit der Universität Wien und dem BMI eine Vortragsreihe unter dem Titel „Erinnerungsorte in Bewegung“:

Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen befindet sich in einer Phase der Neugestaltung. 2013 konnten zwei neue Dauerausstellungen sowie der „Raum der Namen“- ein neuer Gedenkort- in dem neu sanierten Museumsgebäude eröffnet werden.
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Rotlicht statt Blaulicht: AnrainerInnen­protest für den Straßenstrich im Stuwerviertel

25. September 201319:00-22:00

sexarbeiterInnen-haben-lust-auf-ihre-rechteIm Stuwerviertel gibt es einen Straßenstrich – seit wohl über 100 Jahren. Dieser wurde in den letzten Jahren zunehmend zurückgedrängt und illegalisiert. Nunmehr soll auch der letzte legale Teil im Prater verschwinden. Unter dem Titel „Rotlicht statt Blaulicht“ tritt das Sutwerkomitee – eine Gruppe von AnrainerInnen – gegen diese und andere Formen von Verdrängung auf:
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Radio dérive: Die WU zieht um. Zu den Auswirkungen des neuen Campus Wirtschafts­universität Wien fuer Institution und Standort.

Im Oktober ist es soweit: Für etwa 25.000 StudentInnen sowie 1.500 MitarbeiterInnen der Wirtschaftsuniversität Wien beginnt das Wintersemester 2013 in einer neuen Umgebung. Zwischen Prater und Messe, Vergnügungspark und Krieau liegt der eben erst fertig gestellte, neue WU-Campus. Kaum mehr als sechs Jahre vergingen seit der Standortentscheidung 2007, über den Spatenstich 2009 bis hin zum jetzigen Einzug. Eine relativ kurze Zeitspanne für ein derart großes Projekt, dessen Gesamtkosten etwa 500 Millionen Euro ausmachen werden. Trotzdem wird die Standortwahl für den WU-Campus nicht allerorts gleichermaßen begrüßt: Der einhergehende Sog der Aufwertung für das angrenzende Stuwerviertel, ein klassischer „arrival space“, wird ebenso kritisiert wie die Vertreibung der Sexarbeit in der dafür traditionell bekannten Pratergegend.
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Radiosendung: Gentrification in Wien

Radio dérive hat sich dem Thema Gentrification in Wien gewidmet und letzten Dienstag eine Sendung zum Thema ausgestrahlt. Neben einem Studiogespräch mit Mara Verlic und Justin Kadi gibt es kurze Radioclips von Studierenden der TU Wien zu hören, die sich im Rahmen der Lehrveranstaltung „Gentrification – Key concepts and current debates“ im letzten Semester  Gentrifizierungsprozessen rund um den Karmelitermarkt gewidmet haben.
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Stadterforschung 31 – Radikal hat Bestand – 22.06.2013

22. Juni 201313:30-19:00

Werbefahrt mit Präsentationen!

Stadterforschung per Rad und zu Fuß zu selbstorganisierten und unabhängigen Archiven und Bibliotheken in Wien. Treffpunkt: Samstag, 22.06.2013, 13.30 Uhr bibliothEKH, Wielandgasse 2 – 4, 1100 Wien.

Folgende Archive und Bibliotheken werden im Rahmen der Stadterforschung besucht (Einstieg bei jeder Zwischenstation möglich, es wird eine Fahrrad- und eine FußgängerInnen-Gruppe geben):

Bring your own Bike/Heizdecke/Wanderschuhe!

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Stadterforschung 30 – Gaswerk Leopoldau – 01.06.2013

1. Juni 201313:00-16:00

Stadterforschung per Fahrrad gemeinsam mit dem Cit-Collecitve zum ehemaligen Gaswerk Leopoldau. Treffpunkt: Samstag, 01.06.2013, 13 Uhr, U1 Endstation Leopoldau. Das Gaswerk ist per Fahrrad 10 min entfernt.

Das Gaswerk Leopoldau wurde in den Jahren 1909 – 1912 errichtet. Seit Ende der 1980er Jahre ist das Werk stillgelegt. „Erhalten blieb hingegen ein (…) bemerkenswertes Ensemble aus Wohn- und Verwaltungsgebäuden, welche durch zwei Alleen erschlossen sind. Erbaut wurden diese ein und zweigeschossigen Gebäude mit hohen Walm- beziehungsweise Mansardwalmdächern in einer Villen- und Schlosstypologie mit Anleihen beim Heimatstil.“ (laut Wikipedia) Auf dem Gelände befinden sich heute 17 denkmalgeschützte Gebäude und einige leerstehende Industriehallen.
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TV Tipp: Betongold – Wie die Finanzkrise in mein Wohnzimmer kam

30. Mai 201323:30-31. Mai 20130:30

Für alle, die sich für Themen wie Gentrifizierung, Immobilienkrise und Stadtentwicklung interessieren strahlt ARTE am Donnerstag, 30.5. um 23:30 eine interessante Doku aus. Die Beschreibung von „Betongold – Wie die Finanzkrise in mein Wohnzimmer kam“ liest sich wie folgt:

Das Haus in Berlin-Mitte, in dem Regisseurin Katrin Rothe lebt, bekommt wechselt eines Tages den Besitzer. Dieser Investor erscheint zunehmend als übermächtiger Feind, dem die Mieter hilflos gegenüber stehen – trotz ihrer Mietverträge. Eine Dokumentation über den europäischen Immobilienboom, Angst und die Unsicherheit der Betroffenen.
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Die Stadt Wien und die Gentrifizierung. Oder: Wieso auch ich hoffe, dass von Thünens Stadtmodell nicht wahr wird

Heute war es also soweit. Es gab den ersten BürgerInnendialog  zum neuen Stadtentwicklungsplan in Wien. Eine Veranstaltung der Stadt Wien, unter Federführung von Maria Vassilakou, in dem BürgerInnen aktiv an der Gestaltung des STEP 2025 teilnehmen sollen. Gelebte Demokratie, also. Zumindest auf dem Papier. Aber dazu später ein bisschen mehr. Hier erst einmal ein paar generelle – persönliche – Eindrücke der Veranstaltung.
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